Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlen im Wallis Hoffnungsschimmer für CVP

Legende: Audio CVP hat Erfolg im Wallis, aber nur bei den Regierungsratswahlen abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
01:45 min, aus HeuteMorgen vom 06.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die CVP erzielt gegensätzliche Wahlresultate im Kanton Wallis. Die Kandidaten der CVP – unter ihnen der ehemalige Parteipräsident Christophe Darbellay – liegen an der Spitze der Wahlliste. Im Kantonsparlament hingegen hat die CVP einmal mehr verloren.
  • Auch das veränderte Wahlsystem trage Mitschuld am Ergebnis der Partei, sagt die CVP.
  • CVP-Präsident Anton Andenmatten bleibt die Hoffnung, dass das gute Resultat seiner Parteikollegen bei den Regierungswahlen irgendwann auch auf die Ergebnisse der Parlamentswahlen abfärben wird.

Bei den Wahlen im Kanton Wallis gestern wurde zwar niemand gewählt. Während SVP-Staatsrat Oskar Freysinger eine Schlappe einfuhr, liegen die Kandidaten der CVP – unter ihnen der ehemalige Parteipräsident Christophe Darbellay – an der Spitze der Liste. Sie haben die beste Ausgangslage für den zweiten Wahlgang in zwei Wochen.

Anders ist das Bild im Kantonsparlament. Dort hat die CVP einmal mehr verloren, bereits zum vierten Mal in Folge. Nun ist die CVP-Fraktion im 130-köpfigen Walliser Kantonsparlament auf 55 Grossrätinnen und Grossräte geschrumpft. Das bedeutet, dass die Partei im Wallis zwar immer noch Mehrheitspartei ist. Aber die Zeiten, in denen die CVP die Geschicke des Kantons nach Belieben lenken konnte, sind längst vorbei.

Das Ergebnis der Parlamentswahl in Sitzen:

  • CVP erreicht 55 Sitze (-6 Sitze)
  • FDP erreicht 26 Sitze (-2 Sitze)
  • SVP erreicht 23 Sitze (+2 Sitze)
  • SP erreicht 18 Sitze (+/- 0 Sitze)
  • Grünen erreichen 8 Sitze (+6 Sitze)

Das Ergebnis der Parlamentswahl in Wähleranteilen:

Legende:
Grossratswahlen Wallis – Wähleranteile: Die Wahlbeteiligung lag bei 57.6 %. Beim Wähleranteil der SP wurden die Stimmen der CSP Unterwallis-Kandidaten dazugezählt, da diese auf einer gemeinsamen Liste kandidierten. Quelle: Bundesamt für Statistik Bundesamt für Statistik: Daten verfügbar unter https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/politik/wahlen/kantonale-parlamenswahlen.assetdetail.2084941.html

Wahlsystem-Änderung beeinflusst CVP-Ergebnis

Diese Mal sei der Verlust der CVP nicht selbst verschuldet, sagt der Präsident der deutschsprachigen CVP, Anton Andenmatten: «Diese Sitze hat man im Oberwallis verloren. Das Oberwallis hat aufgrund von demographischen Entwicklungen gegenüber dem Unterwallis vier Sitze weniger. Und weil die Oberwalliser C-Parteien sehr stark sind und das Wahlsystem geändert hat, ist das auf Kosten dieser Parteien gegangen.»

Hoffnung auf «neuen Schwung»

CVP-Präsident Anton Andenmatten bleibt deshalb nur die Hoffnung, dass das gute Resultat seiner Parteikollegen bei den Regierungswahlen irgendwann auch auf die Ergebnisse der Parlamentswahlen abfärben wird. «Ich glaube schon, dass jetzt auch aufgrund dieser guten Staatsratswahlen wieder ein neuer Schwung kommt, und dass man den Abwärtstrend aufhalten kann».

CVP sieht Gründe für ihre Niederlage ausserhalb der Partei


CVP-Nationalrat und Vizepräsident der CVP Schweiz, Yannick Buttet, sagt zur Niederlage: «Wir machen uns etwas Sorgen. Aber nicht im Wallis.» Denn durch das neue Wahlsystem sei schon im vorhinein klar gewesen, dass die CVP Sitze verlieren werde, sagt Buttet und spielt damit auf ein Bundesgerichtsurteil an. Dieses hatte die frühere Einteilung der Wahlkreise für verfassungswidrig erklärt.
Doch bereits bei den letzten Parlamentswahlen hatte die CVP im Wallis Wähleranteile verloren. Dabei hatte CVP-Präsident der Schweiz, Gerhard Pfister, vor einem Jahr bei seinem Amtsantritt eine Trendwende angekündigt. Er wollte dies mit konservativ-christlicher Agenda und einer Debatte über Werte, die in der Schweiz zählen sollen, erreichen. «Das sei im Wallis vielleicht noch nicht bei allen angekommen», meint Buttet. «Einige meinten vielleicht, dass die CVP ihre Werte aufgegeben hat. Das stimmt nicht. Wir bleiben unseren Werten treu», versichert Buttet.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Der Erfolg von Darbellay im 1. Wahlgang wirft ein grosses Fragezeichen auf die Kompetenz der Wähler im Wallis. Hat doch NR Darbellay als CVP-Präsident nicht gross Geschichte geschrieben und seine verschiedenen Ausschweifungen überzeugten auch nicht als "Elitemann". Ich bin gespannt auf den 2. Wahlgang. Anscheinend hat das Aussehen die Wähler/innen überzeug und nicht die bisherigen Leistungen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich hoffe, dass es den SVPlern einfach von Anfang an klar war, dass es ein 2. Wahlgang folgen wird und deshalb sind sie noch nicht an die Urne gegangen. Beim 2. Wahlgang werden sie hoffentlich "alle" wählen gehen. Oskar Freysinger ist bestimmt der beste und ehrlichste Kandidat in dieser Runde, es kann ja nicht sein, dass das die Walliser nicht packen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Zum regieren nimmt man halt gerade was so kreucht und fleucht. Vor Leuten die stehen, haben die Stimmbürger eher Angst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen