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Hoher Besuch in Habkern Drei Bauernpräsidenten redeten dem Volk aus der Seele

Vier Herren auf einem Podium.
Legende: Drei Bauernpräsidenten (und ein Moderator) im Heer der Bergbäuerinnen und -bauern. Christian Strübin/SRF

Für das kleine Berner Oberländer Bergdorf Habkern hoch über Interlaken war der Dienstagabend ein Ereignis: Auf der Bühne der Turnhalle drei der wichtigsten Bauernpolitiker:

  • Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes
  • sein Saanenländer Nationalratskollege Erich von Siebenthal, Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes
  • und Grossrat Hans Jörg Rüegsegger, Präsident der Berner Bauern – er repräsentiert einen Fünftel aller Schweizer Bauernfamilien.

Das prominente Trio sollte über die Perspektiven der Berglandwirtschaft sprechen. Das Thema und die Referenten lockten Publikum aus dem ganzen Berner Oberland an.

Der Abend wurde aber vorwiegend zu einem Exkurs über die Eidgenössische Agrarpolitik. Immer umstritten und ein ewiges politisches Schlachtfeld für die durchaus einflussreiche Bauernlobby.

Die Schweizer Bauern brauchen Grenzschutz und Freihandelsverträge, die ihre Interessen berücksichtigen.
Autor: Markus RitterSchweizer Bauernverband

Erich von Siebenthal betonte, die eidgenössischen Räte hätten begriffen, dass sie zur Berglandwirtschaft und zur Alpwirtschaft Sorge tragen müssen, weil damit der Tourismus, das Gewerbe, die ganze Entwicklung verknüpft ist. Eine Nuance brachte der Berner Bauernpräsident und Grossrat Hans Jörg Rüegsegger ins Spiel.

Mehr Mut zum Markt. Aber das geht nur, wenn die Bauern in dieser extrem regulierten Branche auch die Chance bekommen, als Unternehmer tätig zu sein.
Autor: Hans Jörg RüegseggerBerner Bauernverband

Der Berner Bauernverband hatte das Thema an seiner Tagung im Januar lanciert. Die Bauern-Politiker waren sich einig, dass die überbordende Agrar-Bürokratie des Bundes ein gewaltiges Problem sei. «Die wissen nicht, was sie im Alltag anrichten», so die Redner, im Einklang mit Votanten im Publikum.

«Ein sehr guter Abend»

Die drei Bauernführer haben mit ihrem Auftritt in der vollbesetzten Turnhalle in Habkern den Bergbauern im Publikum aus der Seele gesprochen. «Das ist der wohl beste Präsident, den der Bauernverband jemals hatte. Er ist sogar dem Bundesrat überlegen», bilanzierte ein Besucher. «Das war jetzt mal ein sehr guter Abend», fügte eine Besucherin an.

(SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32 Uhr)

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    "... auch die Chance bekommen, als Unternehmer tätig zu sein..." - Ich dachte immer, Bauern wären Unternehmer. Was sind sie dann ? Bundesangestellte ? Beamte ? "Befehlsempfänger" ? Allemal Subventionsempfänger, ja. Kommen sie deshalb nicht über die Produktion von zuviel Milch und Zuckerrüben hinaus ? Wenn sie als Unternehmer tätig sein wollen, dann sollen sie doch auch unternehmerisch denken und innovativ werden und nicht bloss das anscheinend "Gottgegebene" verwalten
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    1. Antwort von Christian Gerber (cgk)
      Was heißt für Sie „zu viel Milch oder Zuckerrüben“? Letztendlich geht es um den Grundsatzendscheid, ob diese im Inland angebaut werden sollen oder nicht. Der Preis aus den ausländischen Agrarindustriebetrieben wird immer billiger sein, da können unsere Bauern noch so innovativ sein. Ohne Grenzschutz gibt’s in der Schweiz noch ein paar Dutzend riesige Agrarbetriebe im Mittelland. Natürlich gibt es fortschrittliche Nischenbetriebe, aber eben leider auch zu wenige Nischen.
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  • Kommentar von Ulrich Zimmermann (Crocc)
    Bei freiem Handel gehört auch die Landwirtschaft dazu. Nur für die teuren Landpreise und den teuren Schweizerfranken sind die Bauern nicht verantwortlich. Mit Subventionen lässt sich nicht alles regeln, denn diese erlauben Handelsabkommen nur bedingt. Die Abschottungspolitik der SVP hat uns in diese Sackgasse geführt und die SNB kann den Frankenkurs nicht besser steuern.
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