Hotelspitex: Vom Berner Oberland aus in die ganze Schweiz

Seit rund einem Jahr gibt es im Berner Oberland eine Hotelspitex: Sie ermöglicht pflegebedürftigen Personen, Ferien zu buchen, ohne auf Angehörige angewiesen zu sein. Das Modell funktioniert - und soll ausgebaut werden.

Ein Spitexauto vor einem Hotel.

Bildlegende: Ferien machen, ohne auf Spitex-Dienstleistungen zu verzichten, dank der Hotelspitex. ZVG

Claire & George heisst die Stiftung, welche die Hotelspitex anbietet, respektive vermittelt. Die Stiftung funktioniert wie ein Reisebüro: Die spitexbedürftige Person erkundigt sich nach Ferienmöglichkeiten in der gewünschten Region, die Stiftung stellt daraufhin 2-3 Angebote zusammen.

«Wir übernehmen dann die Koordination zwischen der Spitex am Wohnort, dem Hotel und der Spitex am Ferienort», sagt Geschäfts-leiterin Susanne Gäumann. Den Kunden kostet diese Dienstleistung nichts, er bezahlt lediglich das Hotel und die Spitexdienstleistung, so wie er sie auch zu hause bezahlen müsste.

Die Stiftung wird unterstützt vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco, der Age-Stiftung und von Tourismusorganisationen.

Neue - und vor allem gute Kunden

Die Nachfrage von pflegebedürftigen Personen ist gross, das zeigte ein Pilotversuch im Berner Oberland 2012. Auch die Hotels haben ein Interesse an einer Hotelspitex: «Für uns sind das neue Kunden», sagt Stefan Joos vom Hotel Schönbühl in Hilterfingen.

Und sogar sehr gute Kunden, verglichen mit Business- oder Wochenendgästen, die nur kurz bleiben: «Wegen des grossen Aufwands werden pflegebedürftige Personen bestimmt eine bis zwei Wochen im Hotel logieren.»

Das Angebot gibt es vorerst nur im Berner Oberland und im Tessin. Bis Ende 2015 soll die Hotelspitex auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden.