«Ich bin kein Kunstkenner»

Christoph Schäublin stand wegen des Gurlitt-Erbes die letzten Monate im Rampenlicht. Bald gibt er sein Amt beim Kunstmuseum Bern ab.

Mai 2014: Der deutsche Kunstsammler Cornelius Gurlitt stirbt. Seine Sammlung mit Nazi-Raubkunst vermacht er – zur Überraschung der Kunstwelt – dem Berner Kunstmuseum. Die Berner stehen seit dem im Rampenlicht. Zuvorderst: Stiftungspräsident Christoph Schäublin.

Der Professor für Altphilologie zieht die Fäden und versucht, die Ruhe zu bewahren. «Ich hätte mir ein Ende meiner Karriere ohne diesen Rummel gewünscht.»

Im Sommer gibt der 74-Jährige sein Amt als Präsident des Stiftungsrates ab. 15 Jahre war er für das Museum verantwortlich. Der Fall Gurlitt war nicht die einzige Krise, die er zu bewältigen hatte. Wegen Personalentlassungen oder umstrittener Neubauten stand das Museum immer wieder in der Kritik.

Schäublin hatte vor seiner Zeit beim Museum nicht allzu viel mit Kunst am Hut. «Ich bin kein Kunstmensch», sagt er. «Klar besuchte ich hin und wieder ein Museum – doch ich interessierte mich nie besonders stark für die bildende Kunst.»

Sein Herz schlägt mehr für Musik und Literatur. «Ich wurde nur durch Zufall Präsident des Kunstmuseums.» Die bernische Regierung habe ihn vor 15 Jahren angefragt und überzeugt. Nun gibt er das Amt ab – das stimmt ihn nachdenklich. «Eine weitere Phase meines Lebens ist zu Ende.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)