Im Wallis lebt der Mythos vom Bernhardinerhund Barry

Die Bernhardinerhunde sind im Wallis – vor allem auf dem Grossen Sankt Bernhard – nach wie vor von grosser Bedeutung. Den Nachkommen von Barry ist in Martigny ein eigenes Museum gewidmet und auf dem Pass sind sie immer noch die grösste Attraktion.

Zwei Tische voll Plüschhunde.

Bildlegende: Jedem Plüsch-Barry sein Fässchen: Zu kaufen auf dem Grossen Sankt Bernhard. SRF

Einst haben Chorherren, die auf dem Pass seit Jahrhunderten das Hospiz führen, mit den Hunden zusammen viele Menschen vor dem Lawinentod gerettet. Vor ein paar Jahren haben sie die Verantwortung für die Hunde einer Stiftung übergeben, der Fondation Barry. Diese setzt die Hunde immer mehr für soziale Aufgaben ein.

Geschäftsführer Ruedi Thomann sagt, die Hunde dürften nicht nur eine touristische Attraktion sein. «Sie brauchen eine Aufgabe.» Früher hätten die Hunde Leben gerettet, sagt Thomann. «Jetzt bringen sie zum Beispiel alten Leuten in den Heimen Freude ins Haus. Wir besuchen regelmässig mit den Hunden die Altersheime der Region und führen Wanderungen durch.»

Dass das Bild von Barry als Lebensretter mit seinem berühmten Schnapsfass am Hals der historischen Hinterfragung nicht standhält, stört ihn wenig: «Das sind die Geschichten, die um diesen Hund entstanden sind. Wir setzen ihn zur Freude der Menschen ein.» Ob mit oder ohne Schnapsfass spiele keine Rolle, findet Ruedi Thomann von der Fondation Barry.

Sehr präsent ist der Hund mit seinem Schnapsfass nach wie vor in den Souvenirläden der Region und auf dem Pass des Grossen Sankt Bernhard. Gilbert Tornare, der auf dem Pass einen Souvenirladen führt, will seinen Plüsch-Bernhardinern trotz Geschichtsforschung das Schnapsfass nicht abnehmen: «Die Menschen glauben die Geschichte vom Retter mit dem Schnapsfass am Hals», sagt er. «Warum diese Geschichte zerstören? Man soll den Leuten doch den Glauben lassen, der ihnen gefällt.»

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