Im Wallis werden Falschmünzer als Freiheitshelden verehrt

Bundespräsident Didier Burkhalter hat am Montag in Saillon im kleinsten Walliser Rebberg die Trauben geerntet. Dieser Rebberg ist dem Walliser Freiheitshelden und Falschmünzer Joseph-Samuel Farinet gewidmet. Didier Burkhalter lobte den Freiheistgeist der Walliser und den Falschmünzer Farinet.

Ein Mann trägt Trauben.

Bildlegende: Didier Burkhalter unterwegs im Rebberg von Saillon. Keystone

Joseph-Samuel Farinet, den viele Walliser heute als Freiheitshelden verehren, war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Unterwallis vor allem als Falschmünzer tätig. Er prägte illegal viele 20-Rappen-Stücke und wurde deshalb von den Behörden verfolgt. Weil er seine Zwanziger aber nicht nur selber nutzte sondern auch an die Armen verteilte, wurde er von diesen verehrt und vor der Polizei versteckt. Aus dem Falschmünzer wurde ein Freiheitsheld.

Zu seinen Ehren haben die Anhänger von Farinet bei Saillon einen kleinen Rebberg von nicht ganz zwei Quadratmeter Grösse angelegt. Jedes Jahr wird eine prominente Person eingeladen, für Farinet seine Reben zu ernten. Am Montag war es Bundespräsident Didier Burkhalter der zur Rebschere griff. Dabei lobte Burkhalter den Freiheitsgeist der Walliser.