Im Wallis werden viel mehr quecksilberverseuchte Böden saniert

Ab 1. März gilt ein tieferer Sanierungswert für quecksilberverseuchte Böden. Das hat der Bundesrat entschieden und dürfte damit vor allem im Wallis eine Sanierungswelle auslösen. Das Unternehmen Lonza hat bereits bestätigt, dass es eine Vorfinanzierung übernimmt.

Der Trainings-Platz des FC Raron.

Bildlegende: Der Platz des FC Raron liegt in der Nähe des Grossgrundkanals, in den die Lonza früher Quecksilber abgelassen hat. Keystone

Der Bundesrat hat die Altlasten-Verordnung angepasst. Bei Quecksilber-Belastungen zwischen 2 und 5 Milligramm pro Kilogramm müssen die kantonalen Behörden heute Nutzungseinschränkungen erlassen. Ab 1. März 2015 gilt die Sanierungspflicht schon ab 2 Milligramm.

Zwei Studien im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt haben ergeben, dass die Gesundheit von spielenden Kindern bereits bei 2 mg Quecksilber pro Kilogramm Boden gefährdet sein könnte. Hintergrund des gesenkten Sanierungswerts sind grossflächige Belastungen von Böden mit Quecksilber bei Visp im Oberwallis. Der Basler Chemiekonzern Lonza verwendete in seinem Werk in Visp während Jahrzehnten Quecksilber.

Der Bundesratsentscheid führt dazu, dass im Oberwallis doppelt so viele Böden saniert werden müssen als bisher. Das hilft den Grundeigentümern, die bisher für den Wertverlust ihrer Böden nicht entschädigt worden wären. Lonza hat zugesichert, bei tieferen Grenzwerten die Vorfinanzierung zu übernehmen.