Im zweisprachigen Wallis gibt es viele Akten nur auf französisch

Im Oberwallis ärgern sich Politiker seit Jahren über die fehlende Übersetzung von Unterlagen für das Kantonsparlament. Oberwalliser Gemeinden erhalten auch die Briefe des Kantons oft nur in französischer Sprache. Geldmangel und Personalstopp hindern das Parlament daran, das Problem zu lösen.

Aktenstapel auf einem Tisch

Bildlegende: Oberwalliser Grossräte müssen immer wieder mit französischen Unterlagen Vorlieb nehmen. Keystone

Der offiziell zweisprachige Kanton Wallis hat ein Übersetzerproblem. In der Verwaltung mit rund 3500 Stellen hat es gerade mal vier Stellen für Übersetzer. Zum Vergleich: Der Kanton Freiburg hat mehr als doppelt so viele davon. Die Folge dieses Mangels: Oberwalliser Gemeinden erhalten immer wieder Briefe aus der Kantonsverwaltung nur in französischer Sprache. Und die Unterlagen für das Kantonsparlament werden oft schlecht, zu spät oder gar nicht auf deutsch übersetzt.

Kein Geld, kein Personal

Im Wallis ist das Problem seit Jahren bekannt. Das Argument der Politiker gegen eine Aufstockung der Übersetzerstellen ist immer dasselbe: Der Kanton habe kein Geld. Zudem verordnet das Kantonsparlament der Verwaltung immer wieder einen Personalstopp. So sei es nicht möglich, die erforderlichen Stellen zu schaffen, sagt die Staatsratspräsidentin Esther Waeber-Kalbermatten.

Einen kleinen Lichtblick für das Oberwallis gibt es: Das Kantonsparlament hat neulich einen Vorstoss gutgeheissen, der den Staatsrat beauftragt, nach Lösungen zu suchen.