Immer mehr Parkplätze werden in Bern per Smartphone vermietet

Autofahrer kennen das Problem: Sie fahren in die Stadt und finden keinen Parkplatz. In Bern sorgen seit diesem Jahr zwei Startup-Unternehmen dafür, dass ungenutzte Parkplätze von Privaten an Autofahrer vermittelt werden. Das System hat jedoch rechtliche Fallstricke.

Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt und zuhause einen Parkplatz mietet, der weiss: Der Parkplatz bleibt normalerweise ungenutzt. Das muss nicht sein, haben sich findige Köpfe gedacht und die Firmen Parku oder Park-It gegründet. Ihr Ziel: die brachliegenden Platzressourcen zu nutzen. Diese Firmen sorgen mit einer Applikation auf dem Smartphone dafür, dass Leute mit einem Parkplatz und Leute, die einen Parkplatz suchen, virtuell zusammengeführt werden.

Der Autofahrer kann in Bern die Smartphone-App konsultieren und sieht, wo ein Privater seinen Parkplatz weiter vermietet. Die Parkplätze können für eine Stunde, für einen halben oder sogar für einen ganzen Tag gemietet werden. Liegt der Parkplatz direkt im Zentrum, kann eine Parkgebühr von knapp über vier Franken pro Stunde anfallen. Liegt der Parkplatz in einem Aussenquartier, beträgt die Parkgebühr zwei Franken. Von diesen Abgaben zweigen die Firmen für ihre Vermittlung eine Gebühr ab - der Grossteil fliesst in die Tasche des Vermieters.

Nach Angaben der Anbieter führen sie in Bern rund 200 Parkplätze im Angebot. Tendenz steigend.

Untermiete mit Tücken

Rechtlich begeben sich Vermieter von solchen Parkplätzen auf juristisches Glatteis - vor allem, wenn ihnen der Parkplatz nicht gehört und sie diesen weiter vermieten. «Das Gesetz spricht dann von einer Untermiete», erklärt Daniel Rutsch vom Hauseigentümerverband Bern und Umgebung im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Er rät Personen, die ihren gemieteten Parkplatz auf diesen Plattformen anbieten, den Besitzer darüber zu informieren und sich rückzuversichern. «Ansonsten läuft man Gefahr, dass der Besitzer den Mietvertrag kündet.»