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Alter und Finanzen Immer mehr Pflegheime verlangen hohe Depot-Gebühren

Rentnerinnen und Rentner, die in einem Alters- und Pflegeheim einen Platz suchen, erleben oft einen finanziellen Schock: Immer mehr Heime verlangen nämlich ein Depot vor dem Eintritt. Arme Alte können sich die mehrere Tausend Franken hohe Rechnung aber nicht leisten.

Pflegerin und Seniorin auf einem Flur unterwegs.
Legende: Der Weg ins Alters- und Pflegeheim ist für die Seniorinnen und Senioren schwierig, die kein Vermögen haben. Keystone

Das Alters- und Pflegeheim ist für Rentnerinnen und Rentner ihr letztes Zuhause. Nach ihrem Tod ist das Vermögen meist aufgebraucht und die Erben schlagen die Verlassenschaft aus, weil zu viele Rechnungen offen sind. Auch die Rechnungen des Alters- und Pflegeheims. Deshalb bleiben die Institutionen immer häufiger auf unbezahlten Rechnungen sitzen.

Vorher einkassieren

Deshalb sind die Heime in den letzten Jahren dazu übergegangen, vor dem Eintritt von ihren künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern eine Depot-Gebühr zu verlangen. Die liegt meist in der Höhe der Kosten, die in einem Monat anfallen.

Viele haben nicht so viel Geld

Wer über ein Haus oder über andere Vermögenswerte verfügt, wird kaum Mühe bekunden, die mehreren Tausend Franken zu bezahlen.

«Schwierig wird es bei Seniorinnen und Senioren, die in einer Mietwohnung leben und mit einer kleinen Rente und möglicherweise Ergänzungsleistungen ihren Alltag nur ganz knapp bestreiten können», sagt Ruth Schindler von Pro Senectute Bern. Diesen Rentnerinnen und Rentnern sei es gar nicht möglich, mehrere Tausend Franken aufzutreiben.

Lücke im Gesetz

Hinzu kommt: Weder über die Ergänzungsleistungen noch über die Sozialhilfe können solche Depot-Gebühren der Heime abgerechnet werden. Das Gesetz regelt diese Fälle nicht.

Das hat auch die Berner Kantonsregierung erkannt. In ihrer Antwort auf einen Vorstoss aus dem Kantonsparlament stellt sie in Aussicht, die Lücken im Sozialhilfe- oder in der Ergänzungsleistungs-Gesetzgebung zu schliessen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Schockierend, dass bei diesem kommenden "Zukunfts-Problem" (dass in 20-30 Jahren praktisch alle Altersheim-Bewohner die hohen Monatsrechnungen nicht mehr selber mit ihrem Ersparten zahlen können), interessiert offenbar niemand mehr! Da müsste schon ein "verdam..." SVP-Politiker ein "falsches Husten" von sich geben, dass innert wenigen Minuten Dutzende von (hasserfüllten) Kommentare zum Bericht reingedöggelt würden! Ganz nach dem Slogan: "Wir leben jetzt und geniessen die Spassgesellschaft!"
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    In einigen Jahren, wenn dann die jetzigen (noch) jungen Menschen aus der Konsum- und Spassgesellschaft, in den letzten Lebensabschnitt kommen (ins Altersheim), wird diese Situation noch viel tragischer: Kein Ersparnis, vielleicht sogar noch grosse Schulden und keine Kinder, die den Eltern beistehen (wollen oder können!), werden kein Eintritts-Depot mehr zahlen können! Ja, wer die heutige Lebensweise kritisiert, ist ein "Hinterbänkler"! Vielleicht sieht man aus der "hinteren Reihe" etwas weiter!
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