In der Stadt Bern wird emsig Grüngut gesammelt

Seit einem Jahr sammelt die Stadt Bern in den Quartieren wöchentlich Grüngut ein. Das kostenpflichtige Angebot der Stadt werde besser genutzt als erwartet, teilen die Behörden jetzt mit. Über 4500 Tonnen Garten- und Rüstabfälle sind gesammelt worden. Das sind elf Prozent mehr als ihm Vorjahr.

Mehr Grüngut, weniger Hauskehricht – das ist das Resultat, ein Jahr nach Einführung der erweiterten Grüngutsammlung. Wöchentlich holt die Stadt Bern Grüngut, Rüstabfälle und Speisereste ab. 2015 sind so 4500 Tonnen Grünabfälle zusammengekommen. Das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Gegenzug nahm die Menge an Hauskehricht ab, wie die Stadt Bern mitteilt.

Abfalltrennung funktioniert

Als «besonders erfreulich» bezeichnen die Behörden die Qualität des Sammelgutes. Die Bernerinnen und Berner würden sehr pflichtbewusst sammeln, stellt der Leiter von Entsorgung + Recycling der Stadt Bern fest. «Es hat kaum Plastik und nur sehr wenig Metall im Grüngut.»

Die erweiterte Grüngutsammlung wurde Anfang 2015 eingeführt. Das Grüngut wird in der Kompostieranlage Seeland AG in Galmiz zu Biogas vergärt. Die Reste werden kompostiert.

Seit 25 Jahren geschäftet der Geschäftsführer und Verwaltungspräsident Christian Haldimann mit Kompost. Die Konkurrenz habe zugenommen: «Immer mehr Geschäftsleute merken, dass sich mit Grünabfall Geld verdienen lässt.»

«  Für Kompost gibt es nur wenig Geld. »

Urs Baier
Biogas-Experte, ZHAW

Tatsächlich ist das Grüngut-Recycling ein gut funktionierendes Geschäftsfeld. Christian Haldimann kann den durch die Biogasanlage gewonnen Strom verkaufen, auch der Kompost ist etwas wert.

Trotzdem müssen Bernerinnen und Berner fürs Abholen des Grünguts eine ordentliche Stange Geld aufwenden. «Das ist richtig und fair», stellt Biotechnologe Urs Baier fest. «Würde man alles Grüngut im Garten selber kompostieren und die Stunden in Rechnung stellen, käme es den Einzelnen viel teurer», sagt der Biogas-Experte der Zürcher Fachhochschule ZHAW. Zudem seien die Energiepreise sehr tief. «Auch der Kompost kann nur für wenig Geld verkauft werden», so der Biotechnologe.