In Freiburg betreiben Gemeinden einen regen Baulandhandel

Wegen dem neuen Raumplanungsgesetz kann nur noch neues Bauland eingezont werden, wenn anderswo Bauland ausgezont wird. In Freiburg haben deshalb die Gemeinden begonnen, untereinander einen Handel mit dem begehrten Boden zu betreiben.

Die Gemeinde Jaun im Winter.

Bildlegende: Die Gemeinde Jaun muss über 80'000 Quadratmeter Bauland auszonen. Patrick Mülhauser / SRF

Die Sensler Gemeinde Alterswil braucht Bauland, um ein Quartier zu erweitern. Villeneuve im Greyerzbezirk bietet Hand. Sie hat 10‘500 Quadratmeter Industrieland ausgezont, damit Alterswil die gleiche Fläche einzonen und bebauen kann.

Land gibts nicht gratis

Selbstverständlich mache das die Gemeinde nicht gratis, sagt der Alterswiler Gemeindepräsident Hubert Schibli. «Wir haben uns auf einen vernünftigen Betrag geeinigt.» Noch muss eine Einsprache aus dem Weg geräumt werden.

Giancarla Papi.

Bildlegende: «Ein Baulandhandel zwischen zwei Gemeinden ist kompliziert», sagt Kantonsplanerin Giancarla Papi. Patrick Mülhauser / SRF

So ein Baulandhandel sei in der Tat kompliziert, erklärt Kantonsplanerin Giancarla Papi. «Beide Gemeinden müssen ihr Projekt simultan öffentlich auflegen.» In ein paar Jahren, wenn der kantonale Richtplan steht, ist dieser Baulandhandel nicht mehr möglich. «Eine kurze Zeit, aber eine Chance für Gemeinden mit zu viel Bauland», sagt Giancarla Papi.

Gemeinden profitieren

Die Berggemeinde Jaun zum Beispiel hat 80‘000 Quadratmeter Bauland zu viel. «Das gewünschte Bevölkerungswachstum ist ausgeblieben», erklärt Gemeindepräsident Jean-Claude Schouwey. So haben Landbesitzer wie Eric Buchs seit Jahren unbebautes und nicht erschlossenes Bauland. «Sollen doch die Leute aus Freiburg hier bauen kommen», sagt er. Ein frommer Wunsch vermutlich. Für ein paar Jahre noch kann Jaun immerhin vom Baulandhandel profitieren.