Initiative gegen Fracking eingereicht

Kein Fracking im Kanton Bern: Die Grünen und unterstützende Organisationen haben am Freitag eine entsprechende Initiative bei der bernischen Staatskanzlei eingereicht. 17'500 Unterschriften vereint das Volksbegehren nach Angaben der Initianten auf sich.

Die Stopp-Fracking-Initiative der Grünen wurde an die Bernische Staatskanzlei übergeben.

Bildlegende: Die Stopp-Fracking-Initiative der Grünen wurde an die Bernische Staatskanzlei übergeben. zvg

Die Stopp-Fracking-Initiative fordert ein kantonales Verbot für die Gewinnung und Förderung von Kohlenwasserstoffen, insbesondere Erdöl und Erdgas, aus nicht-konventionellen Lagerstätten. Damit wäre das umstrittene Erdgas-Fracking im Kanton Bern nicht mehr möglich, schreibt die Partei in einer Mitteilung.

Parlament will Fracking verbieten - aber nicht sofort

Das Berner Kantonsparlament seinerseits hatte im März einen Vorstoss zum Verbot von Fracking angenommen. Das Verbot soll aber erst bei einer nächsten Revision Eingang ins Bergregalgesetz finden. Dies dürfte dauern, denn das Gesetz wurde erst kürzlich revidiert. Die Grünen beharrten darum auf ihrer Initiative.

«Verheerende Folgen»

In den USA würden die verheerenden Folgen von Fracking heute sichtbar, schreiben die Grünen in ihrer Mitteilung. Die Methode habe eine gefährliche Preisspirale in Gang gesetzt und Boden und Wasser vergiftet. «Unsere Landschaft ist in der dicht besiedelten Schweiz mit ihrer intensiven Bodennutzung bereits unter starkem Druck. Fracking stellt eine weitere Bedrohung dar, die überdies unsere Lebensgrundlagen Wasser und Boden gefährdet. Dies wollen wir nicht riskieren». Die Initiative wurde von den Grünen mit den unterstützenden Organisationen Pro Natura Bern, WWF Bern, Greenpeace Regionalgruppe Bern und der EVP Kanton Bern lanciert.

Fracking wird eingesetzt, um Erdgas und Erdöl in tieferen und dichteren Gesteinsschichten zu fördern. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepumpt, um die Bodenschätze an die Oberfläche zu transportieren.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Fracking im Zürcher Weinland?

    Aus Tagesschau vom 6.9.2013

    Eine Schweizer Erdölfirma will in Humlikon im Zürcher Weinland Probebohrungen vornehmen. Dabei wird nicht nur das Gasvorkommen getestet, die Bohrungen sollen auch zeigen, wie das Gas gefördert werden kann. Eine Möglichkeit wäre das Fracking, bei dem mit Hochdruck Flüssigkeit ins Gestein gepresst wird, die zum Teil auch giftige Chemikalien enthält.

  • Fracking-Moratorium gefordert

    Aus 10vor10 vom 19.8.2013

    In der Schweiz wollen verschiedene Firmen nach Gas bohren. Doch Fracking – wie die Tiefenbohrung heisst – ist heftig umstritten. Bis heute sind 15 bis 20 Bewilligungen für Probe-bohrungen erteilt worden. Die Grünen fordern nun ein Moratorium.

  • Angst-Thema «Fracking»

    Aus Kulturplatz vom 27.2.2013

    Hinter Yoko Ono haben sich renommierte US-Künstler in der Organisation «Artists against Fracking» geschart. Sie befürchten, ähnlich wie der Dokumentarfilm «Gasland» oder der von Matt Damon produzierte Spielfilm «Promised Land», von der Schiefergasförderung Naturzerstörung in massivem Ausmass. «Kulturplatz» fragt nach Risiken von Fracking - einer alten, jedoch erneuerten Fördermethode - und zeigt, wie komplex die Antwort auf die Frage nach der nachhaltigen Energiesuche für morgen ausfällt. In Europa und in der Schweiz ist die Debatte um diese Gasförderungstechnik erst in den Anfängen.

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