«Ja, aber» zu mehr Technik in den Berner Schulzimmern

Die Schüler sollen vermehrt mit dem Computer arbeiten. Doch der bewährte Unterricht soll nicht zu kurz kommen. So wünscht es sich das Parlament des Kantons Bern.

Digitale Lehrmittel sollen in der Berner Volksschule Platz haben - aber nicht gleich den bewährten Unterricht ersetzen. Das hat der bernische Grosse Rat am Mittwoch bei der Beratung der neuen Berner Bildungsstrategie zum Ausdruck gebracht.

Schülerin an einem Computer

Bildlegende: Schülerinnen und Schüler arbeiten immer häufiger digital. Keystone

Das Kantonsparlament überwies der Kantonsregierung zwei sogenannte Planungserklärungen zur Digitalisierung der Schule. Diese Planungserklärungen sollen nun Eingang finden in die Bildungsstrategie 2016.

In der ersten Erklärung sagt der Rat, dass digitale Medien einen wichtigen Platz im Unterricht haben und der Kanton die Gemeinden organisatorisch bei den daraus erwachsenden zusätzlichen Lasten unterstützt. Eine finanzielle Unterstützung prüft er.

In der zweiten sagt der Rat, erfolgreiche Individualisierung sei zentral für einen guten Unterricht. «Dabei dürften digitale Lernmedien in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.»

Zurückhaltung bei digitalen Medien

Der Rat wollte aber nicht, dass die Pädagogische Hochschule Bern sowie die Lehrverlage bei der Evaluierung und Herstellung von digitalen Medien mit individualisiertem Lehrprofil verstärkt tätig werden. Den entsprechenden Antrag der SP-Fraktion lehnte der Rat ab.

Im Rat hiess es dazu, gerade in der Unter- und Mittelstufe der Primarschule müsse man zurückhaltend sein mit digitalen Medien. Zentral sei immer noch ein guter Unterricht durch die Lehrpersonen. Pestalozzis Forderung, Kinder nach Kopf, Herz und Hand auszubilden, gelte immer noch, sagte Lehrerin und Grossrätin Sabina Geissbühler (SVP).

Und Heimleiter und Grossrat Michel Seiler (Grüne) sagte, er habe viele digital geschädigte Jugendliche in seinem Heim. SP-Grossrat und Schulleiter Roland Näf hingegen zeigte sich überzeugt, dass digitale Medien in der Schule immer wichtiger würden.

Die vom kantonalen Erziehungsdirektor Bernhard Pulver vor einem Jahr vorgestellte Bildungsstrategie 2016 des Kantons Bern kam im Rat prinzipiell gut an. Die Bildungsstrategie 2016 löst ein Vorgängerpapier aus dem Jahr 2009 ab und soll als Standortbestimmung und Wegweiser in der kantonalen Bildungspolitik dienen.