Jon Keller: «Das Lustigsein hat sich ergeben»

36 Jahre lang war Jon Keller Thuner Stadtarchivar. Bei seinen Stadtführungen wird er für seine originelle Art gelobt. Das habe sich im Lauf der Zeit so ergeben, erzählt er.

Jon Keller auf einer Parkbank beim Kleist-Inseli in Thun.

Bildlegende: Jon Keller in Thun: «Man kann sagen, dass ich eine Liebesbeziehung mit dieser Stadt habe.» SRF/Elisa Häni

«Am Anfang machte ich ‹normale Stadtführungen› über dieses und jenes Gebäude», erzählt Jon Keller als Sonntagsgast im Regionaljournal. «Mit der Zeit habe ich an verschiedenen Orten Lustiges gefunden.» Das habe sich spontan ergeben, im Laufe der Jahrzehnte. Manche Gags seien wahr, andere nicht.

Der Historiker legt allerdings Wert darauf, dass er das Publikum im Nachhinein immer aufkläre, wenn er auf einer Führung etwas Erfundenes erzählt habe. «Ich lasse die Leute nicht im Ungewissen.»

Von 1973 bis 2009 war Jon Keller Thuner Stadtarchivar. In dieser Zeit erarbeitete er sich ein riesiges Wissen über die Stadtgeschichte. Bei seinen Recherchen im Archiv habe oft der Zufall mitgespielt: «Man sieht ein Thema und denkt, das habe ‹Fleisch am Knochen›. Dann erforscht man es.»

Jon Keller hat 69 Publikationen geschrieben. Dafür und für seine besondere Art, sein Wissen dem Publikum zu vermitteln, verleiht ihm die Stadtregierung den Thunpreis 2015. Keller macht weiterhin Stadt- und Thunpanorama-Führungen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)