Junge Erwachsene sollen in Bern und Freiburg häufiger abstimmen

Der Kanton Genf hat es vorgemacht, wie Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre aktiver am demokratischen Leben teilnehmen können. Sein Projekt «Cinécivic» - Bürgerkino- wird jetzt von den Kantonen Bern und Freiburg übernommen.

Die jungen Erwachsenen nehmen nur mässig an Abstimmungen und Wahlen teil. Dies haben Auswertungen der Stimmkarten im Kanton Genf ergeben. Hier haben die Alten doppelt so häufig gewählt, wie die Jungen.

Das muss sich ändern, hat sich der Kanton Genf vor ein paar Jahren gesagt und den Kurzfilmwettbewerb «Cinécivic» lanciert. Dies ist eine Wortkreation und kann frei als Bürgerkino übersetzt werden.

Kreativer Zugang zur Politik

Und so funktioniert das Projekt: Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren drehen Kurzfilme von 30 bis 90 Sekunden. Mit denen setzen sie sich kreativ mit der Politik auseinander. Die Kurzfilme wiederum werden in den Kinos und an Filmfestivals gezeigt. So sind in den letzten drei Jahren 64 Filme und 80 Plakate entstanden.

Ein Plakat.

Bildlegende: Genf gilt für die Kantone Bern und Freiburg als Vorbild. zvg

Das preisgekrönte Plakat des letzten Jahres wurde übrigens im Kanton Genf zum offiziellen Plakat für die Ermunterung der Jugendlichen, sich an Abstimmungen zu beteiligen, gekürt.

Projekt zieht immer grössere Kreise

Was als kleines und feines Projekt in Genf begonnen hat, zieht jetzt immer grössere Kreise. Neu beteiligen sich auch die Kantone Bern, Freiburg, Waadt und Neuenburg am diesjährigen «Cinécivic»-Wettbewerb. Wie die beteiligten Kantone am Freitag mitteilen, werden die eingereichten Filme und Plakate von einer Jury betreffend Qualität, Relevanz der Botschaft sowie Originalität und Kreativität beurteilt.