Junge Spitzenköche: Kopf im Himmel und Füsse auf dem Boden

Corinne Roth und Philipp Maurer haben bei renommierten Kochwettkämpfen Ende 2013 reihenweise Medaillen abgeräumt. Beide arbeiten bei Spitzenkoch Rolf Fuchs in Steffisburg. Der erfahrene Wettkampf-Koch sieht bei seinem kreativen Berufsnachwuchs sein eigenes Leben abgebildet.

Fröhliches und erfolgreiches Küchenteam: Corinne Roth, Philipp Maurer und Patron Rolf Fuchs.

Bildlegende: Fröhliches und erfolgreiches Küchenteam: Corinne Roth, Philipp Maurer und Patron Rolf Fuchs. SRF

Die letzten Wochen des Jahres 2013 waren für Corinne Roth und für Philipp Maurer ausserordentlich erfolgreich. Die 22-jährige Köchin gewann innert zwei Wochen den Swiss Culinary Cup, den wichtigste Nachwuchs-Wettbewerb des Schweizerischen Kochverbandes.

Nur wenige Tage danach doppelte sie nach beim Marmite-Youngster 2014, dem Duell der besten Jungköche des Landes. Bei diesem Wettbewerb gewann ihr Arbeitskollege Philipp Maurer (24) die Bronzemedaille. Triumph total für die beiden jungen Spitzenköche vom Restaurant Panorama in Steffisburg. Hier ist Rolf Fuchs Küchenchef - mit seinen 16 Gault-Millau-Punkten und zahllosen Preisen und Auszeichnungen eine bekannte Adresse.

«Ich bin glücklich, wenn ich jeden Tag in der Küche stehen kann»

Leidenschaft, Neugier, Zielstrebigkeit beseelt die Bauerntochter aus dem Emmental genauso wie den Handwerkersohn aus dem Eriz. «Ich bin ehrgeizig und gehe meinen Weg. Ich bin glücklich, wenn ich jeden Tag in der Küche stehen kann und dazulerne», sagt Corinne Roth. Dass sie die erste Köchin ist, die den Cup gewonnen hat, versteht sie allerdings nicht. «Ich hoffe, es ist ein Ansporn für andere Frauen, sich zu melden und sich zu beweisen.» Und Philipp Maurer bestätigt: «Kochen ist ein Prozess und eine stetige Entwicklung. Da steht nichts still. Ich würde schon jetzt mein Wettkampf-Menü anders kochen.»

«Wir leben den Wettkampf jeden Tag»

Rolf Fuchs, der vor 16 Jahren als erst 21-Jähriger den Swiss Culinary Cup gewann und seither unzählige Preise einheimste, ist der Erfolg seiner tüchtigen und kreativen jungen Kollegen eine grosse Freude.

«Wir haben zusammen trainiert und manche gute Stunde verbracht. Und wenn es dann so herauskommt, ist's einfach super. Jetzt sind die Jungen dran und das ist grossartig.»

Allerdings sagt der erfahrene, unterdessen 37-jährige Patron auch, Teilnahme und Erfolg an grossen Wettbewerben sei wie Spitzensport neben einem Berufsleben. Die Freizeit geht drauf, weil im Betrieb ja für die Gäste gearbeitet werden muss. «Aber es ist klar. Wir sind Perfektionisten und wollen das Beste geben. Und diesen Wettstreit liefern wir uns jeden Tag.»