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Bern Freiburg Wallis Kadermangel ist eine Bedrohung für bernische Gemeinden

Die Gemeinden haben grösste Mühe, Gemeindeschreiberinnen, Finanz- oder Bauverwalter zu finden. Verwaltungs-Kaderleute sind absolute Mangelware. Jetzt starten die zwei Gemeindeverbände eine Offensive, um das Problem zu lösen und die Arbeitgeberin Gemeinde attraktiver zu machen.

Ein Saal voller Menschen.
Legende: Die ausserordentliche Hauptversammlung der beiden bernischen Gemeindeverbände - volles Haus im Bärensaal Worb. Christian Strübin/SRF

Wenn eine Gemeinde eine Kaderstelle in der Verwaltung neu besetzen muss, dann sucht sie oft monatelang. Oft hilft nur der Weg über ein teures Mandat bei einer privaten Verwaltungs-Firma, um die Lücke vorerst zu schliessen und handlungsfähig zu bleiben.

Der Arbeitsmarkt für Gemeindeschreiberinnen, Finanzverwalter und vor allem Bauverwalter ist völlig ausgetrocknet. «Wir kennen das Problem aus eigener Erfahrung», bestätigen denn auch Verwaltungschefs und Gemeindepräsidenten landauf, landab.

Zwei Verbände geben Gegensteuer

Vorab für kleine und mittlere Gemeinden ist dies bedrohlich. «Nebenamtliche Gemeinderäte können nur funktionieren, wenn sie eine sachkundige Verwaltung im Rücken haben, die den steigenden Ansprüchen, zum Beispiel wegen der Gesetzgebung, gewachsen sind», mahnte Thomas Rufener, Präsident des Verbandes bernischer Gemeinden und Stadtpräsident von Langenthal. Denn eine Kommune, die ihre Arbeit nicht mehr machen kann, ist schnell weg vom Fenster.

Jetzt wollen der Verband bernischer Gemeindekader und der Verband bernischer Gemeinden Gegensteuer geben. Eine gemeinsame Versammlung im Bärensaal Worb zog die Notbremse und beschloss mit grosser Mehrheit ein Programm, das das Fundamental-Problem lösen soll.

Arbeitgeberin Gemeinde attraktiver machen

Dafür steht nun ein Kredit von 90‘000 Franken zur Verfügung. Themen sind Ausbildung, Weiterbildung und Anreize für jüngere Verwaltungsfachleute, Information und ein Arbeitsumfeld, das den Ansprüchen einer jüngeren Generation Rechnung trägt.

Monika Gerber und Thomas Rufener lachen in die Kamera.
Legende: Ziehen am gleichen Strick: Monika Gerber, Präsidentin Gemeindekader und Thomas Rufener, Präsident Gemeindeverband. Christian Strübin/SRF

Auch regionale Zusammenschlüsse zum Beispiel bei der Bauverwaltung könnten eine Lösung sein. «Das Problem ist vielschichtig. Und eine einfache Lösung gibt es nicht», resümiert Monika Gerber, erfahrene Gemeindeschreiberin und Präsidentin des Verbandes bernischer Gemeindekader. Jetzt gehen Arbeitsgruppen der Verbände ans Werk, um den Gemeinden griffige und konkrete Hilfe zu bieten. Gefordert sind auch die Gemeinden, sich so zu organisieren, dass sie als Arbeitgeberin attraktiver werden.

Wissenschaft unterstützt das Projekt

«Für die Gemeinden ist der Kadermangel eine ernsthafte Bedrohung», bestätigt auch Professor Adrian Ritz vom Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern. Seine Schlussfolgerung: Mit Aus- und Weiterbildung und Gestaltungsmöglichkeiten der Jobs gäbe man dem Personal Anreize und Perspektiven, um bei der Stange zu bleiben.

Prof. Adrian Ritz vom Kompetenzzentrum für Public Management der Uni Bern.
Legende: Professor Adrian Ritz vom Kompetenzzentrum für Public Management der Uni Bern. Christian Strübin/SRF

Dass die Gemeinde als Verwaltungsbetrieb nicht gleich reagieren kann auf die Zwänge des Arbeitsmarkts wie ein Privatunternehmen sei klar, so Adrian Ritz. «Es braucht Leute, die in diesem Umfeld der öffentlichen Verwaltung arbeiten wollen, weil sie mit dem Groove zurecht kommen. Diese Motivation zu fördern, könnte sehr hilfreich sein, die Personalprobleme zu lösen».

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Es ist schon erstaulich, dass für diese Kaderposten zu wenig Leute vorhanden sind. Dabei sind diese Stellen sehr interessant und auch sehr gut bezahlt. In einer 1000-Seelengemeinde kostet die Verwaltung (Personalkosten) im Mittel zwischen 12 - 15% der Einnahmen. Erfolgreiche Kaderleute müssen u.a. spetitiv, offen, freundlich und anpassungsfähig sein. Wenn sich eine Kaderperson den wiederkehrenden neuen Bedingungen (neuer Gde-Präsident/Gemeinderäte) einstellen kann, gibt es keine Probleme.
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