Gret Haller Kämpferin für Frauenrechte und Menschenwürde

Die Juristin, Politikerin, Diplomatin und Autorin Gret Haller bringt sich auch mit bald 70 Jahren in aktuelle Debatten ein.

Politisiert wurde Gret Haller durch das Thema Frauenrechte: «Meine Mutter war alleinerziehend mit vier Kindern. Ich sah ihre ökonomischen Schwierigkeiten aufgrund einer Scheidung. Das hat mich geprägt.»

Erst kürzlich hat das Thema Frauenrechte Gret Haller wieder eingeholt: Sie kämpft gegen die AHV-Revision, wie sie Mitte März von Ständerat und Nationalrat angenommen wurde. Diese bedeute einen Rückschritt gegenüber dem, was Ende der 1980er-Jahre bei der 10. AHV-Revision erreicht wurde. «Irgendwie holt mich da die Vergangenheit wieder ein», sagt Gret Haller als Sonntagsgast im Regionaljournal.

Gret Haller

Auszüge aus ihrer Biographie:
Gret Haller wurde 1947 geboren, sie wuchs in Zürich auf.
Sie ist Juristin, ihre Doktorarbeit schrieb sie über die UNO-Menschenrechtspakte und die rechtliche Stellung der Frau in der Schweiz.
1985 - 1988: Mitglied der Berner Stadtregierung
1987 - 1994: Nationalrätin (SP), 1993/94 Nationalratspräsidentin
1996 - 2000 vertrat Gret Haller als Botschafterin die Schweiz beim Europarat.
1996 - 2000 war sie Ombudsfrau für Menschenrechte in Bosnien und Herzegovina.
Seit 2001 ist Gret Haller Publizistin
und seit 2014 Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Aussenpolitik.

Ja, sie sei eine Kämpferin, allerdings: «Bei all den Kämpfen habe ich letztlich gelitten.» Wichtig sei das Finden von Kompromissen. Mit Dreinschlagen und Polarisieren könnten sich Politik und Demokratie nicht gewaltfrei weiterentwickeln.

«  Mit zunehmendem Alter wird es weniger wichtig, was die Andern über einen denken. »

Gret Haller

Eine Lehre war für Gret Haller ihre Abwahl aus dem Berner Gemeinderat 1988. Da sei ihr bewusst geworden, «dass ich aufpassen muss, wie mein Verhalten auf mein Gegenüber wirkt. Dass nicht alle die gleiche Wahrnehmung wie ich haben.»

Zum Älterwerden sagt Gret Haller, die Freiheit nehme zu. «Man ist den Emotionen weniger ausgeliefert als am Anfang des Lebens.» Und es werde immer weniger wichtig, was die andern Leute über einen denken.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)