Kakophonie zur Reitschule im Berner Gemeinderat

Was soll die Berner Politik tun in Sachen Reitschule? Drei von fünf Berner Gemeinderäten haben sich seit den Krawallen vom vergangenen Wochenende mit Lösungen zu Wort gemeldet. Dabei war Widersprüchliches zu hören. Funktioniert die Kollegialität noch? Es wäre wichtig, findet der Experte.

Die fünf Mitglieder des Berner Gemeinderats.

Bildlegende: Viele Stimmen, ein Gremium: der Berner Gemeinderat. Keystone

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause gab den Anstoss. Wenn elf Polizisten verletzt würden, so wie es bei den Krawallen am vergangenen Samstag geschehen ist, müsse die Stadt reagieren, so Nause. Die bisherigen Gespräche mit den Reitschule-Leuten hätten zu wenig gebracht.

Verantwortlich für den Kontakt zur Reitschule ist Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Er konterte öffentlich, Nause habe ja auch keine konkreten Lösungsideen. Am Dienstag schaltete sich ein dritter Gemeinderat ein: Finanzdirektor Alexandre Schmidt verlangte die vorübergehende Schliessung der Reitschule.

«  Es wäre gut, wenn sich der Gemeinderat einig wäre. »

Reto Steiner
Dozent für Public Management

Diese Mehrstimmigkeit im Berner Gemeinderat sei nicht im Sinne der Sache, sagt Reto Steiner, Dozent am Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern. «Das Reitschul-Dossier bewegt die Leute, es ist wichtig in Bern. Es wäre daher gut, wenn sich der Gemeinderat einig wäre in dieser Sache.»

Allerdings biete sich das Dossier Reitschule auch bestens an, um Politik zu betreiben: «Die Gemeinderäte wissen, dass es keine einfachen Lösungen gibt in Sachen Reitschule. Daher nutzen sie das Dossier, um ihre eigenen Wählerinnen und Wähler glücklich zu machen», so Reto Steiner.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32 Uhr)

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