Kampagne will junge Wähler mobilisieren

Nur relativ wenige junge Erwachsene beteiligen sich an nationalen Wahlen. In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen sind 2011 nur rund 30 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne gegangen. Der Dachverband der Schweizer Jugendparlamente will mit der Kampagne «Easyvote» Gegensteuer geben.

Porträt Lea Thommen, Projektverantwortliche Erweiterung «Easyvote»

Bildlegende: Lea Thommen, Verantwortlich für die Erweiterung des Projekts «Easyvote». SRF

Um das Wählerverhalten der jungen Erwachsenen zu ergründen, hat der Dachverband der Schweizer Jugendparlamente eine gross angelegte repräsentative Umfrage durchgeführt. Rund 1300 Jugendliche wurden befragt. «Viele Jugendliche sind überfordert, sie empfinden das Wählen und Abstimmen als zu komplex», sagt Lea Thommen vom Dachverband der Schweizer Jugendparlamente. «Ausserdem kennen viele Jugendliche die Kandidaten nicht und sehen die Politik aus grosser Distanz.»

Der Dachverband will daher mit einer grossangelegten Kampagne den Wähleranteil von jungen Erwachsenen bei den nationalen Wahlen im Herbst 2015 steigern. Zu den 30 Prozent, die normalerweise in der Altersklasse 18 bis 25 wählen gehen, könnten mit den richtigen Massnahmen rund 10 Prozent dazugewonnen werden. «Unsere Studie zeigt, dass rund 60'000 Jugendliche zusätzlich mobilisiert werden können», sagt Thommen.

Der Dachverband hat bereits grosse Erfahrungen mit der Mobilisierung jugendlicher Wähler. Seit einigen Jahren bietet er mit dem Projekt «Easyvote» einen ganzen Werkzeugkasten an, der das Abstimmen und Wählen vereinfachen soll. So produziert «Easyvote» Broschüren mit einfachen Erklärungen zu Abstimmungsvorlagen oder betreibt einen Abstimmungswecker, der über Facebook und Twitter wichtige Termine mitteilt.

Die grosse Kampagne für die Wahlen 2015 stützt sich auf den «Easyvote»-Werkzeugkaste und will ihn erweitern. Neu wolle man das direkte Gespräch mit Jugendlichen suche, sagt Lea Thommen, verantwortlich für die Erweiterung des Projekts «Easyvote». «Easyvote» wolle in Schulen gehen und das Gespräch über Politik fördern. Dazu will das Projekt mit Schulen, Organisationen und Jungparteien zusammenarbeiten. «Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler direkt mit Jungpolitikern sprechen können.»

Von einer Idee habe man sich verabschiedet. «Unsere Studie hat gezeigt, dass Jugendliche keine Lifestile- oder Spassevents wünschen», sagt Lea Thommen. Es werde klar getrennt zwischen seriöser Bürgerpflicht und Freizeit. Daher werde man mit der Kampagne an diese Bürgerpflicht und den Nutzen von Wahlen appellieren.