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Bern Freiburg Wallis Kampf um Geld und Macht in der Walliser Weinwirtschaft

Die Walliser Weinbauern sind unzufrieden. Ihre Arbeit, monieren sie, sei nicht mehr kostendeckend. Das erstaunt - hatte der Kanton doch erst vor kurzem eine Hilfsaktion gestartet.

Legende: Audio Unzufriedene Walliser Weinbauern (Reinhard Eyer, 15.04.2013) abspielen. Laufzeit 05:02 Minuten.
05:02 min, aus Regi BE FR VS vom 15.04.2013.

Weinbauer Lothar Varonnier ist frustriert. Er habe eine Einkommenseinbusse von 20-30 Prozent hinnehmen müssen: «Auf der einen Seite hat man uns mit neuen Vorschriften die Erntemenge beschränkt - auf der anderen Seite bezahlt man uns jetzt pro Kilo Reben noch weniger als letztes Jahr.» Das sei untragbar. Vor allem die grossen Kellereien würden heute Preise bezahlen, die nicht einmal mehr kostendeckend seien.

Gilles Besse vom Berufsverband der Walliser Weinwirtschaft dementiert das nicht: «Die grosse Ernte 2011 und der harte Schweizer Franken haben dazu geführt, dass die Lager grösser sind als üblich. Einige Grossprodu-zenten haben darum zu tiefen Preisen verkauft und können jetzt den Bauern auch nicht mehr den Preis der letzten Jahre bezahlen.»

Staatshilfe unerwünscht

Diese Situation erstaunt, weil der Kanton Wallis im letzten Herbst eine Hilfsaktion eingeführt hatte, die sogenannte Blockierungs-Finanzierungs-Aktion. Ziel war, durch eine Bürgschaft des Kantons zu verhindern, dass die Preise zu stark sinken. Wie sich jetzt zeigt, hat jedoch niemand diese Hilfe des Kantons beansprucht.

Es sei zu kompliziert, sagen die Produzenten: Der Kanton habe die Hilfe an die Bedingung geknüpft, dass die Produzenten ihre finanzielle Situation offen legen und vor allem die Gelder dazu benutzen, den Weinbauern einen gerechten Lohn zu bezahlen. Gilles Besse: «Wir wollen nur eine schlanke Hilfe, um den Markt zu entlasten. Der Kanton soll aber nicht in unsere Geschäfte eingreifen.»

Cina: Das Gespräch suchen

Hilfe ohne Bedingungen gebe es aber nicht, sagt Staatsrat Jean Michel Cina: «Das sind öffentliche Gelder und da müssen wir mitbestimmen, was damit geschieht und auch kontrollieren, wie sie verwendet werden.» Beide Seiten wollen jetzt das Gespräch suchen, um die verfahrene Situation zu lösen – auch im Interesse der Weinbauern.

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