Abbau von Poststellen Kanton Freiburg: Hälfte der Poststellen auf der Kippe

Mann geht durch die Eingangstüre einer Postfiliale.

Bildlegende: Die Zahl der herkömmlichen Postfilialen sinkt auch im Kanton Freiburg markant. Keystone

Die Fakten in der Übersicht:

  • Die Post hat Ihr Angebot im Kanton Freiburg überprüft, so wie sie es in allen Kantonen tut.
  • Von den bestehenden 56 Poststellen werden 24 voraussichtlich in so genannte Postagenturen umgewandelt: ein existierender Laden im Dorf übernimmt dann einen Teil der Postdienstleistungen.
  • Durch den Umbau gehen rund 21 Stellen bei der Post verloren.
  • Für 32 Poststellen ist die Existenz vorerst bis 2020 gesichert. Zudem will die Post 17 weitere «Zugangsmöglichkeiten» erstellen – zum Beispiel Postautomaten oder Servicepunkte für Geschäftskunden.

Sie setze auf einen Mix aus physischen und digitalen Zugangsmöglichkeiten, schreibt die Post in einer Mitteilung. Vordergründig will die Post fast die Hälfte ihrer Filialen in Partnerfilialen platzieren. Ersatzlose Schliessungen soll es nicht geben.

Freiburger Regierung hat interveniert

Die Freiburger Kantonsregierung begrüsst die Lösung mit Agenturen, wie sie am Montag schreibt. Eine Grundversorgung mit Postdienstleistungen sei gewährleistet, wenn auch nicht mehr so umfassend wie heute.

Die Freiburger Regierung habe sich bei der Post dafür eingesetzt, dass weniger Poststellen geschlossen werden als ursprünglich geplant.

Hingegen bedauert der Staatsrat den Verlust von 21 Stellen im Zuge der Änderungen. Man habe bei Gesprächen mit der Post darauf gepocht, sozialverträgliche Lösungen zu finden.

Kritik von der Gewerkschaft

Kritik an den Plänen der Post übt die Gewerkschaft syndicom. Der Schliessungsprozess müsse boykottiert werden, schreibt sie in einer Mitteilung. Erst vor einer Woche habe sich der Nationalrat gegen den aktuellen Abbau von Poststellen ausgesprochen. Das interessiere die Post anscheinend nicht.