Aktive Bodenpolitik Kanton Freiburg kauft Industriebrachen und Bauland

Bauland ist rar im Kanton Freiburg. Der Staat kauft deshalb Land und Gebäude von Firmen, die den Kanton verlassen – zuletzt in Marly und Saint-Aubin. Der Kanton will so seine wirtschaftliche Zukunft selber bestimmen.

Leere Graswiese, im Hintergrund eine städtische Siedlung.

Bildlegende: Der Kanton Freiburg kauft immer häufiger – wie hier in Marly – Bauland, um Firmen anzusiedeln. Patrick Mülhauser/SRF

  • 2011 kauften Kanton und Stadt Freiburg das Areal der ehemaligen Cardinal-Brauerei in der Stadt Freiburg.
  • 2016 erwarb der Staat das Gelände und die Gebäude der Tetra Pak in Romont.
  • Am Donnerstag willigte der Grosse Rat ein, Land und Gebäude der Firma Elanco in Marly und Saint-Aubin zu kaufen – für 20 Millionen Franken.

Mit dem heutigen Raumplanungsgesetz sei Bauland rar geworden, sagt der Freiburger Wirtschaftsförderer Jean-Luc Mossier. «In 20 Jahren wird man sagen, das war weise.» Allerdings: Erst muss eine Umfahrungsstrassse her. Erst dann kann das Land in Marly bebaut werden.

«  Wir hoffen, dass hier in zehn Jahren etwas steht. »

Jean-Luc Mossier
Wirtschaftsförderer Freiburg

In Saint-Aubin hat der Kanton nebst Laborgebäuden viel Landwirtschaftsland gekauft. Das sei «ideal für Firmen, die im Bereich Nahrungsmittel forschen». Doch auch dies ist Zukunftsmusik.

Kritiker sagen, der Staat sollte sich nicht als Immobilienmakler betätigen. Jean-Luc Mossier sieht das anders. «Private suchen schnelle Rendite und würden vielleicht nur Lagerraum einrichten.» Freiburg jedoch will längerfristig Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung schaffen.