Kanton Freiburg will gleich zwei neue Gefängnisse bauen

Der Kanton Freiburg will mit einem zweiten Untersuchungsgefängnis und einer Station für Straftäter mit psychischen Problemen Platz schaffen für die eigenen Gefangenen - und für die anderer Kantone.

Das Untersuchungsgefängnis in der Stadt Freiburg platzt aus allen Nähten. Weil es grundsätzlich zu wenig Platz hat, aber auch wegen der Gefahr, dass sich Täter untereinander absprechen.

Das Suchen von Plätzen in andern Gefängnissen ist mit grossem Aufwand verbunden: Letztes Jahr musste die Freiburger Kantonspolizei fast 700 Gefangene in ein Gefängnis ausserhalb des Kantons fahren. Nach Stans im Kanton Nidwalden etwa oder auch ins Tessin. Die Gefängnisse in der näheren Umgebung sind laut der Freiburger Polizei voll. Solche weiten Transportfahrten sind mit einem grossen personellen Aufwand verbunden.

Sicherheitszaun beim Gefängnis Bellechasse.

Bildlegende: Auf dem Gelände der bestehenden Strafanstalt Bellechasse hat der Kanton Freiburg Platz für zwei weitere Gefängnisse. Keystone

«Absurd» findet der Freiburger Justizdirektor Erwin Jutzet die Situation. Er will darum ein zweites Untersuchungsgefängnis im Kanton.

Sein Plan: In der bestehenden Strafanstalt Bellechasse soll ein Gebäude zum Untersuchungsgefängnis umfunktioniert werden, für den normalen Strafvollzug würde ein Trakt ausgebaut. Jutzet rechnet mit Baukosten von rund 15 Millionen Franken.

Er hofft auf Unterstützung durch die andern Westschweizer Kantone. Und darauf, eine Anzahl Plätze fix an andere Kantone vermieten zu können.

Geld sparen mit Spezialgefängnis

Gleichzeitig möchte der Justizdirektor ein weiteres Problem im Freiburger Justizvollzug lösen: Auf dem gleichen Gelände in Bellechasse möchte er ein Gebäude für Straftäter mit psychischen Problemen bauen lassen, die in der sogenannten «kleinen Verwahrung» sind. Heute muss der Kanton Freiburg solche Straftäter teilweise für über 1000 Franken pro Tag in andern Kantonen unterbringen. In der geplanten Station in Bellechasse wären die Kosten für den Kanton Freiburg deutlich tiefer.

Diese Therapiestation würde rund 50 Millionen Franken kosten, der Bund würde ein Drittel übernehmen. Bei den Betriebskosten erwartet der Freiburger Justizdirektor ebenfalls eine hohe Beteiligung anderer Westschweizer Kantone, welche ihre Straftäter dann in Bellechasse unterbringen könnten.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis; 17:30 Uhr)