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Spätfrost Kein gutes Wein- und Aprikosenjahr im Wallis

Nächtliche Temperaturen unter null Grad und Bodenfrost bedrohen die Weinbau- und Aprikosenernte im Kanton Wallis. Der Kanton schätzt, dass 550 Hektaren Reben von Frostschäden betroffen sind. Für Weinbauer Mathias Bodenmann und Obstbauer Jean-Noël Devènes ist der Ernteausfall existenziell.

Legende: Video «Aprikosen verfaulen wegen Frost» abspielen. Laufzeit 6:26 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 20.04.2017.

Noch vor zwei Tagen war der Weinberg des Salgescher Weinbauern Mathias Bodenmann grün. Jetzt sind die Blätter schwarz und sehen aus, als wären sie im Backofen gedörrt worden. Allerdings hat ihnen nicht etwa Hitze, sondern die Kälte in den zwei letzten Nächten zugesetzt.

Ich rechne mit einem Ernteausfall von etwa 70 Prozent.
Autor: Mathias BodenmannWeinbauer, Salgesch

Mit Frostkerzen hat Bodenmann versucht zu retten, was noch zu retten ist. Zuerst flächendeckend, dann nur noch punktuell. Ob es etwas gebracht hat, weiss er noch nicht. «Ich rechne mit einem Ernteausfall von etwa 70 Prozent», sagt Mathias Bodenmann.

Auch kein gutes Aprikosenjahr im Wallis

Die bitterkalten Nächte mit Temperaturen von teilweise bis Minus 10 Grad haben auch auf vielen Walliser Aprikosenhainen Spuren hinterlassen. Viele Früchte sind erfroren, zum Teil haben Obstbauern ihre ganze Jahresernte verloren.

Hände mit braunen Aprikosen.
Legende: Erfrorene, braune Aprikosen (links) in den Händen des Obstbauern Jean-Noël Devènes. Roger Brunner / SRF

Obstbauer Jean-Noël Devènes aus Baar (VS) findet nach der eisigen Nacht auf Donnerstag praktisch nur noch erfrorene Aprikosen an seinen Bäumen, zumindest auf einer seiner Parzellen wird es diesen Sommer nichts zu ernten geben. «Die Aprikosen sind quasi verbrannt vor Kälte», sagt er und öffnet eine Frucht: Sie ist völlig schwarz.

Von 70 auf 15 Tonnen Aprikosen

Jean-Noël Devènes produziert pro Jahr 60 bis 70 Tonnen Aprikosen, normalerweise. Dieses Jahr werden es wohl nur rund 15 Tonnen sein. Denn er besitzt noch eine zweite Parzelle, die weniger exponiert liegt und die man mit Frostschutzkerzen teilweise schützen konnte. Dort ist der Schaden nicht so gross – und doch wird es für den Obstbauern grosse finanzielle Einbussen geben.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr / 21.4.2017, 6:32 Uhr)

Gesamtschaden noch nicht klar

Wie gross der Schaden fürs gesamte Wallis ist, lässt sich laut dem Verband der Walliser Früchte- und Gemüseproduzenten noch nicht beziffern, dafür müsse man die kommenden kalten Nächte abwarten. Doch es gibt viele Bauern, die schon jetzt von Ernteausfällen von 50 Prozent und mehr berichten.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Oliver Stengel (weinbergschnecke)
    Vielleicht wissen sie auch einfach nicht wieviel Arbeit es bedarf einen guten Wein zu produzieren. Und mit wievielen Faktoren man zu kämpfen hat. Das optimale Jahr gibt es schon mal gar nicht. Und wenn sie den Winzern jetzt empfehlen, nebenbei noch andere Kulturen anzubauen... Die wenigsten Menschen wohnen heutzutage auf dem Selbstversorgerbauernhof. Ihr Kommentar wurde wahrscheinlich aus dem städtischen Wohnzimmer versendet. Freundliche Grüsse Ein gieriger Winzer
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Das ist doch normal. Man kann als Bauer einfach nicht erwarten, dass regelmässig vorkommende Wetterphänomene plötzlich nie mehr zeigen. Warum dieser Bericht? Ja, schlechtes Jahr 2017, gute Jahre 2016 und 2018. Das ist doch das normale Unternehmensrisiko, wenn auf genau ein Produkt setzt? Monokultur nennt man das ...
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