Kein Verbot von Feuerwerk in Bern

Das Stadtparlament will kein Verbot in der Berner Altstadt. Die Regierung machte sich aber Sorgen um die Altstadt.

Feuerwerk und Berner Münster

Bildlegende: Nebst dem offiziellen 1. August Feuerwerk bleibt auch das private Abfeuern erlaubt. Keystone

In der Berner Altstadt ist das Abbrennen von Feuerwerk weiterhin erlaubt. Das Stadtparlament hat es am Donnerstagabend knapp abgelehnt, ein Verbot zu erlassen. Ein vom Gemeinderat vorgelegtes Reglement erlitt Schiffbruch.

Mit einem Feuerwerksverbot zwischen Bahnhof und Bärenpark wollte die Stadtregierung die historische Altstadt - seit 1983 Unesco-Welterbe - besser vor Brandgefahren durch Feuerwerk schützen. «Die Altstadt ist unser Herz, unsere Identität», sagte Gemeinderat Reto Nause (CVP). Die öffentliche Hand sei verpflichtet, Kulturerbe und Personen zu schützen. Das Abbrennen von Feuerwerk habe stark zugenommen, weswegen es ein Verbot im Perimeter brauche. In den verwinkelten, engen Gassen der Altstadt würde eine Feuersbrunst besonders verheerend wüten, so Nause.

«Schöner Volksbrauch»

Doch die gemeinderätliche Warnung verhallte ungehört. Die Fraktionen waren in der Feuerwerksfrage zwar gespalten, am Schluss vermochten aber die vereinten Skeptiker zu obsiegen. Der Rat verwarf das Reglement nach zweiter Lesung mit 37 zu 30 Stimmen.Die Gegner von links (GB/JA) bis rechts (SVP) wandten sich gegen eine Überreglementierung. Zudem stellten sich auch Fragen der Durchsetzung und des Vollzugs. Die Stadt könne nicht am Nationalfeiertag und an Silvester Hunderte von Polizisten losschicken, um Feuerwerks-Frevler zu büssen, gab Michael Köpfli (GLP) zu bedenken.

«Kein Menschenrecht»

Für das Feuerwerksverbot sprachen sich Teile der SP, die FDP und die Fraktion BDP/CVP aus. «Feuerwerk abzubrennen ist kein Menschenrecht», befand Lena Sorg (SP). Die gesetzliche Einschränkung sei verhältnismässig und angesichts möglicher schlimmer Folgen eines Feuers in der Altstadt sehr wohl angezeigt. Überreglementierung wolle zwar niemand, fügte Dannie Jost (FDP) an. In diesem Fall gehe aber die Sicherheit vor. Doch die Stadtratsmehrheit sah es anders.