Keine weitere Untersuchung der Ammann-Steuerdaten

Das bernische Kantonsparlament will Steueroptimierungen über Offshore-Gesllschaften nicht genauer unter die Lupe nehmen.

Die Ammann-Gruppe in Langenthal.

Bildlegende: Die Ammann-Gruppe geriet wegen Steueroptimierungen ins Rampenlicht. Keystone

Die Veranlagungspraxis der bernischen Steuerverwaltung bei Firmen wie der Ammann-Gruppe wird nicht von einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) überprüft. Das Berner Kantonsparlament hat eine Motion der SP am Mittwoch mit 70 zu 37 Stimmen abgelehnt.

Die Ratsmehrheit folgte damit der Empfehlung der Finanzkommission. Deren Präsident Jürg Iseli versicherte, sein Gremium als das zuständige parlamentarische Aufsichtsorgan sei bereits an der Arbeit. Die Finanzkommission prüfe, ob die Praxis der bernischen Steuerverwaltung im Bereich von Offshore-Gesellschaften dem Gesetz und der gesamtschweizerischen Praxis entspreche.

Die Langenthaler Ammann-Gruppe war Anfang Jahr wegen Offshore-Konstrukten zur Steueroptimierung in die Schlagzeilen geraten. Die Berner Steuerbehörden hatten aufgrund von Medienberichten den Fall überprüft und waren zum Schluss gekommen, alle Veranlagungen des Unternehmens seien gesetzeskonform.

Damit war Ammann aus dem Schneider, doch nun nahmen Kritiker die Steuerverwaltung ins Visier: Es könne doch nicht sein, dass eine Behörde ihre eigene Praxis untersuche. Die SP warf in ihrem Vorstoss auch die Frage auf, ob andere bernische Unternehmen Steueroptimierungen wie die Ammann-Gruppe betrieben.

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Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Millionen in Steuerparadiesen I

    Aus Rundschau vom 29.1.2014

    Bis 2009 lagen 263,5 Mio. Fr. des Firmenvermögens der Ammann-Gruppe steuerbegünstigt im Offshore-Paradies Jersey. Ein Jahr vor der Wahl des Ex-Konzernchefs Johann Scheider Ammann in den Bundesrat floss das Geld in die Schweiz zurück. Die Steuerbehörden haben eine interne Untersuchung eingeleitet. Das ergeben Recherchen der Rundschau.

    Mehr zum Thema

  • Millionen in Steuerparadiesen II

    Aus Rundschau vom 29.1.2014

    Auch in der Schweiz profitiert das Unternehmen, das zwei Jahrzehnte vom heutigen Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann geführt wurde, von einem Steuer-Privileg.