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Bern Freiburg Wallis Kiesgrubenprojekt spaltet Freiburger Dorf

Vor dem Dorf Tentlingen will die Vigier Beton Romandie AG eine Kiesgrube betreiben. Die Gemeinde würde 25 Jahre lang jährlich rund 100'000 Franken an Steuergelder erhalten. Die Anwohner befürchten Lärm und Staubbelastung.

Strasse neben offenem Feld, im Hintergrund das Dorf.
Legende: Auf diesem Feld neben der Hauptstrasse beim Dorfeingang soll die Kiesgrube entstehen. srf

Seit über 50 Jahren gibt es in Tentlingen ein Kieswerk. Heute betreibt dieses Werk die Vigier Beton Romandie AG. Nach 20 Jahren unternimmt das Unternehmen einen zweiten Anlauf, eine Kiesgrube in unmittelbarer Nähe zu eröffnen.

Fast das ganze Land gehört dem Bistum Genf-Lausanne-Freiburg. Es gibt einen Abbauvertrag. Die Landbesitzer können die Aufregung in Tentlingen nicht verstehen. «Schliesslich wird das Projekt vom Gemeinderat unterstützt», teilt das Bistum dem Regionaljournal mit. In der Tat hat der Gemeinderat die notwendige Zonenplanänderung bewilligt.

Arbeitsplätze und Ökologie

Das Geld, das die Vigier AG zahle, sei willkommen, sagt Gemeindepräsidentin Antjie Burri. Doch der Hauptgrund sei ein anderer: «Es wird im Sensebezirk viel gebaut. Den Rohstoff vor Ort abzubauen, macht Sinn.» Und Antjie Burri betont: «Es geht auch um Arbeitsplätze.» Die Belastung werde sich in Grenzen halten. Abends und am Wochenende werde kein Kies abgebaut.

Der Verein «Zukunft Tentlingen» hat innert Kürze 300 Unterschriften gegen die geplante Kiesgrube gesammelt. Die Grube mache das Dorf unattraktiv, findet Vereinspräsident André Schorro: «Steuerzahler werden wegziehen und gute neue Steuerzahlen kommen nicht mehr nach Tentlingen. Wer will schon neben einer Kiesgrube wohnen?» Er bezweifelt die Versprechen, was den Lärmschutz und die Wiederinstandstellung des Landes betrifft. «Wenn das Loch offen ist, wird es zu spät sein zum Reagieren.»

«Es kann bis 20 Jahre dauern»

Widerstand gegen Kiesgrubenprojekte ist häufig, sagt Martin Weder, Direktor des Verbands der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie. Meistens befürchte die Bevölkerung den Mehrverkehr. «Wir hatten Fälle, bei denen es 20 Jahre dauerte, bis alle Bewilligungen da waren.»

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