Kino ohne Ende

Immer wieder wird das Kino für tot erklärt. Doch weder das Fernsehen, Videos oder Youtube können der Leinwand in einem Saal den Garaus machen. Kinos erfreuen sich wieder grösserer Beliebtheit, vor allem wenn sie mehr bieten als nur Kino.

Seit drei Monaten zieht das wiedereröffnete Kino Rex in Bern ein gemischtes und filminteressiertes Publikum an. Die Betreiber zeigen Filmperlen, Dokumentationen, alte Streifen. «Ein Wagnis», sagt Thomas Allenbach vom Trägerverein Cinéville, welcher früher das Kino im Berner Kunstmuseum betrieb und nun für das Programm im Kino Rex in der Innenstadt verantwortlich ist. Doch die ersten Monate haben gut begonnen, die beiden Kinosäle sind meist gut gefüllt, das Feedback positiv.

Ob Kinos mit Blockbuster oder solche mit kleinen Filmen: 2015 konnten Schweizer Kinos über 11 Prozent mehr Zuschauer anlocken. Zudem wurden mehr Kinos eröffnet als geschlossen wurden, wie neuste Zahlen des Schweizerischen Verbandes für Kino Pro Cinema zeigen. Schon öfters wurde das Kino für tot erklärt – ein Fehler. «Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass Menschen noch immer mit anderen Leuten Filme schauen wollen – und zwar im Kino», sagt SRF-Filmredaktor Michael Sennhauser.

Trotzdem: die Zukunft der Kinos ist bei weitem nicht gesichert – viele kämpfen ums Überleben, gerade ausserhalb der Städte. Auch das Kino in Worb stand vor drei Jahren kurz vor dem Ende. Zwei Freunde aus dem Dorf gründeten einen Filmclub, suchten Geld und ehrenamtliche Helfer – mit Erfolg.

«  Ein Dorfkino muss ein Treffpunkt sein, sonst hat es keine Überlebenschance. »

Martin Christen
Kinoretter aus Worb

Das «Chino Worb» hat sich zum Treffpunkt gemausert, gerade auch, weil es Lesungen und Theateraufführungen veranstaltet. «Wir sind mehr als ein Kino», sagt Martin Christen, einer der Kinoretter. Die Kinos leben weiter – aber nur, wenn sie ein Ort der Begegnung sind.

(Echo der Zeit, 18:00 Uhr)