Kirche und Staat: Die Diskussion mit der Basis

Letzten Freitag hat die Berner Regierung den Bericht zu Kirche und Staat vorgestellt. Die Politik strebt eine Entflechtung der Verhältnisse an. Die Debatte muss auch mit dem Volk geführt werden.

Blick auf das Podium in Uettligen.

Bildlegende: Die Debatte muss geführt werden - vor allem mit dem Volk. Joël Hafner/SRF

Was zuerst einmal eine staatsrechtliche Herausforderung ist, wird sehr schnell zu einem emotionalen Thema. Das zeigte eine Podiumsdiskussion zum Verhältnis von Kirche und Staat gestern Abend im bernischen Uettligen.

Als Regierungsrat Christoph Neuhaus über die Pläne der Regierung sprach, die Pfarrlöhne künftig nicht mehr - wie bisher – direkt zu zahlen und die Geistlichen über die Kirche anzustellen, hörten viele Besucher etwas anderes: Die Kirche verliert an gesellschaftlichem Wert. Gerade bei der älteren Generation löste das zum Teil grosses Unverständnis aus. Und als sich eine Kirchenkritikerin noch wiederholt pointiert in diese Richtung äusserte, wurde die Stimmung im Saal bisweilen säuerlich.

Das Problem ist nur, an der Debatte und den damit verbundenen Veränderungen kommen der Kanton Bern und die Landeskirchen nicht vorbei. Die Frage ist also: Wie soll die Debatte über die finanzielle Zukunft der Kirchen ohne grosse Emotionen geführt werden?

Eine Podiums-Besucherin, selber klar kirchenkritisch, bringt es nach der Debatte auf den Punkt. Es brauche nun Transparenz und eine offene Debatte. Und da hat sie wahrscheinlich Recht. Denn wenn es emotional wird, wird es schwierig. Das hat der gestrige Abend gezeigt.