Köniz muss sich für ein neues Gemeindeoberhaupt entscheiden

Am 24. November wählt die grosse Berner Gemeinde Köniz. 40 Mitglieder des Parlaments, fünf Mitglieder des Gemeinderats und eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für den scheidenden SP-Gemeindepräsidenten Luc Mentha. Zur Wahl stellen sich vier Persönlichkeiten.

Das Könizer Verwaltungszentrum Bläuacker

Bildlegende: Wer wird am 24. November neuer Chef im Könizer Verwaltungszentrum Bläuacker, dem Sitz des Gemeindepräsidenten? Keystone

Ueli Studer SVP, der amtierende Könizer Gemeinderat für Bildung und Soziales und seine für Umwelt und Betriebe zuständige Ratskollegin Rita Haudenschild von der Grünen Partei wollen Gemeindepräsident- oder Präsidentin werden. Die gleiche Absicht hegen Hugo Staub von der SP und Thomas Frey von der BDP. Staub und Frey gehören dem Könizer Gemeindeparlament an.

Ein Rennen mit ungewissem Ausgang

Ueli Studer und Rita Haudenschild sind politische Routiniers in der grössten Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Beide haben acht Jahre im Gemeinderat hinter sich und können aufgrund der Könizer Amtszeitbeschränkung nur noch eine vierjährige Amtszeit leisten. Staub und Frey stehen noch je zwölf Jahre offen.

Voraussetzung, Oberhaupt von Köniz zu werden, ist allerdings die Wahl in den Gemeinderat. Die BDP, die ohne Verbündete antritt, müsste somit aus eigener Kraft ein extrem gutes Resultat erzielen, um diese Hürde zu nehmen. Nervös ist man deshalb auch bei den Grünen. Sie hatten den Sitz bei den Wahlen 2009 als Restmandat errungen. 2013 können sie sich nur noch auf den Verbündeten SP verlassen. CVP, EVP und die Grünliberalen, die vor vier Jahren entweder die FDP oder die Grünen unterstützt haben, haben sich inzwischen in einer Parlamentsfraktion gefunden und treten bei den Gemeinderatswahlen mit einem eigenen Bündnis an. Je nachdem, wo dieses Mitte-Bündnis und die BDP Stimmen holen, wackelt somit der grüne Sitz oder allenfalls jener von FDP-Gemeinderat Urs Wilk und dies wiederum ist entscheidend, ob die bisherige Rot-Grün-Mehrheit im Gemeinderat Bestand hat oder einer bürgerlichen Mehrheit Platz machen muss. Allerdings rechnet man in Köniz damit, dass die Präsidenten-Würfel erst beim 2. Wahlgang am 15. Dezember fallen.

Schwerpunkte sind vorgegeben

Die Entwicklung der Gemeinde, bei der Ortsplanung, beim Wachstum und beim Verkehr sind klare Brennpunkte der künftigen Könizer Politik. Keiner der vier Kandidierenden kann sich diesen Problemen entziehen, zudem ist das geplante Tram Region Bern in der Gemeinde umstritten. Die Bürgerlichen machen dazu die Finanzaussichten der Gemeinde zum Thema mit hoher Priorität. Zudem ist die Gemeinde Köniz extrem vielfältig, mit ihren grossen ländlichen Gemeindeteilen und dem sehr städtisch anmutenden Ortszentrum. «Es bleibt für die neue Präsidentin oder den Präsidenten eine anspruchsvolle Aufgabe, Stadt und Land zusammenzuhalten», sagt denn auch Monika Hinz, die Präsidentin des Spiegel-Leists.