Kommen, um zu gehen: Giffers wird zum Ausreisezentrum

Das frühere Seminarzentrum Guglera im freiburgischen Giffers wird 2017 zum Asylzentrum - für Flüchtlinge, die nicht in der Schweiz bleiben dürfen. Der Bund richtet dort ein Ausreisezentrum mit 250 bis maximal 300 Plätzen ein.

Das Gebäude von aussen.

Bildlegende: Die «Guglera» war früher ein Mädcheninternat, zuletzt ein Betreuungsort für übergewichtige Jugendliche. Keystone

Vor einem Jahr wurde bekannt, dass der Bund im freiburgischen Giffers - im Institut Guglera - ein Bundesasylzentrum einrichten will. Nun weiss man mehr darüber: Es wird ein sogenanntes Ausreisezentrum sein, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilt.

Vorerst rechnet das SEM mit 250 Plätzen in Giffers. Bei einem ausserordentlich hohen Anstieg der Asylgesuche könne die Kapazität auf bis zu 300 Plätze erhöht werden. In einem Ausreisezentrum sind weniger Spezialisten des SEM tätig als in einem Verfahrenszentrum, schreibt der Bund auf seiner Internetseite. Betreuung und Sicherheit seien aber im gleichen Umfang gewährleistet.

Die Pläne des Bundes, in Giffers ein Asylzentrum einzurichten, hatten dort vor einem Jahr zu grossen Protesten geführt. Am Informationsabend hatten fast 1000 Leute teilgenommen, die Behörden mussten viel Kritik einstecken.

In der gesamten Schweiz sind 5000 Plätze für Asylsuchende in Bundeszentren vorgesehen, 1280 davon in der Westschweiz. Die Standortkantone von Bundeszentren erhalten vom Bund für ihr Engagement eine Kompensation. So sollen ihnen weniger Asylsuchende im erweiterten Verfahren zugewiesen werden.

Wer lebt in Ausreisezentren?

  • Asylsuchende, deren Gesuch in letzter Instanz abgelehnt wurde und welche die Schweiz verlassen müssen.
  • Asylsuchende während einer Beschwerdefrist oder während der Phase, in der die Schweiz die Zuständigkeit für das Verfahren mit einem anderen Dublin-Staat klärt.

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