Krankenkassen-Prämienregionen: Bund krempelt den Kanton Bern um

Der Bund will die Prämienregionen nicht mehr nach Gemeinden bestimmen, sondern nach Bezirken. Damit nimmt der Bund einem Vorstoss im bernischen Grossen Rat den Wind aus den Segeln.

Landkarte der Prämienregionen im Kanton Bern

Bildlegende: Prämienregionen nach Gemeinden haben ausgedient. Jetzt wird nach Bezirken eingeteilt. zvg EDI/ETH

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat am Montag die entsprechende Vernehmlassung eröffnet. Ziel sei eine ausgewogenere Karte der Prämienregionen, schreibt das EDI in einer Mitteilung. Deshalb werden nicht mehr die Gemeinden in Prämienregionen eingeteilt, sondern die Bezirke.

Für den Kanton Bern bedeutet die Revision, dass er nur noch zwei statt wie bisher drei Prämienregionen hat. Wie sich das auf die Prämien auswirkt und auf die Prämienverbilligung, wird sich weisen.

In den Kantonen mit bisher zwei Regionen bleibt die Situation unverändert. Dazu gehören Freiburg und Wallis.

Bund überholt Berner Politik

Diese Revision der Krankenkassen-Gebührenregionen geht sehr viel weiter als ein Vorstoss im bernischen Kantonsparlament. Vier SVP-Grossräte hatten eine Korrektur der Einteilung an den Rändern der bisherigen Prämienregionen verlangt.

Da gibt es tatsächlich seit Jahren beträchtliche Ungereimtheiten. Kleine Bauerndörfer, die gleich teuer sind wie die Stadt, grosse Gemeinden, die gleich billig sind wie eine abgelegene Berggemeinde, Nachbarn, die in unterschiedlichen Kategorien eingeteilt sind.

«Eine Revision ist längst fällig, aber zuständig ist der Bund», sagte die bernische Spitalamt-Chefin vor kurzem im Regionaljournal. Nun ist denkbar, dass der Vorstoss zur Prämienregions-Korrektur hinfällig wird, bevor er im Grossen Rat besprochen wird. Die Vernehmlassung dauert bis Mitte Januar 2017. Die Verordnungsänderung soll am 1. Januar 2018 in Kraft treten.