Kritik an Polizeieinsatz bei Miss-Schweiz-Wahl im Berner Stadtrat

Der Polizeieinsatz am Rand der Miss-Schweiz-Wahl vom Oktober 2014 hat am Donnerstag im Berner Stadtrat zu kontroversen Voten geführt. Von linker Seite kam Kritik, während die Bürgerlichen sich hinter das Vorgehen der Polizei stellten.

Anlass zur Diskussion gaben gleich vier Vorstösse der SP, der Fraktion GB/JA und der Linksaussen-Partei GPB-DA. Darin wurde Kritik geübt am Vorgehen der Polizei. Diese hatte 20 Personen festgenommen, die auf dem Bundesplatz gegen die Zurschaustellung junger Frauen protestierten.

Die Personen blieben mehrere Stunden in Gewahrsam, einzelne mussten sich ausziehen. Später wurde bekannt, dass einige Aktivisten auf Geheiss der Staatsanwaltschaft nachträglich eine DNA-Probe abgeben mussten.

Linke kritisiert Gemeinderat

Durch das Vorgehen der Polizei seien engagierte Jugendliche kriminalisiert worden, sagte Peter Marbet namens der SP-Fraktion. Es gehe um Grundrechte und Meinungsäusserungsfreiheit.

Glaskuppel vor dem Bundeshaus.

Bildlegende: Der Bundesplatz wurde zum Laufsteg. Keystone

Für die Bürgerlichen hingegen war der Polizeieinsatz vertretbar. Es sei richtig, dass die Polizei die unbewilligte Kundgebung von «Reithalle-Chaoten» unterbunden habe, sagte Erich Hess im Namen der SVP-Fraktion.

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) bezeichnete den Polizeieinsatz auf dem Bundesplatz als verhältnismässig. Ob die Polizei mit den Entkleidungen in der Polizeikaserne übers Ziel hinausgeschossen sei, werde die laufende Untersuchung klären, sagte Nause.

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