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Bern Freiburg Wallis Kubus beim Schloss Oberhofen erhitzt weiter die Gemüter

Wurde der Beton-Glas-Kubus am See beim Schloss Oberhofen ohne gültige Bewilligung gebaut? Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Der Regierungsstatthalter geht davon aus, dass die Baubewilligung für einen Kubus nicht ausreichte - Gemeinde und kantonale Baudirektion sehen das anders.

Moderner Kubus beim Schloss.
Legende: Der Kubus beim Schloss. zvg

Die Schlossanlage liegt direkt am Ufer des Thunersees. In dieses Ensemble hat die Stiftung Schloss Oberhofen einen neuen Kubus aus Beton und Glas gebaut. Ursprünglich war eine gedeckte und teilweise verglaste Restaurant-Terrasse geplant gewesen. Entstanden ist aber nun ein vollständig verglastes und heizbares Restaurant.

Eine derartige Projektänderung ohne Bewilligung sei nicht möglich, kam der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi im Februar 2013 zum Schluss. Er erklärte die gesamte Baubewilligung für nichtig und verlangte von der Stiftung Schloss Oberhofen ein nachträgliches Baugesuch für den fast fertiggestellten Kubus. Er leitete deshalb ein Baupolizeiverfahren ein.

Die Stiftung des Schlosses Oberhofen reichte bei der kantonalen Baudirektion Beschwerde gegen die baupolizeiliche Verfügung ein. Im August erhielt die Stiftung vom Kanton nun Recht. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) entschied, dass die Baubewilligung trotz einiger Mängel nicht als nichtig erklärt werden könne, sagte Heidi Wiestner, Vorsteherin des Rechtsamts der bernischen Baudirektion gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Die Rolle der Gemeinde sei nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Die Stiftung Schloss Oberhofen erhält vom Kanton nun eine Entschädigung von 5000 Franken.

Regierungsstatthalter Marc Fritschi sagt dem Regionaljournal, dass er mit dem Entscheid nicht einverstanden sei. Weder öffentliche noch private Interessen seien in einem Baubewilligungsverfahren für ein deutlich grösseres Projekt als geplant abgeklärt worden. Auch nicht die Immissionen, die Zahl der Parkplätze; auch nicht die Auswirkungen auf den See oder auf das Ortsbild. Dies stimme so nicht entgegnet darauf die Leiterin des Rechtsamtes. Gebäudeversicherung und Denkmlapflege hätten das Projekt begutachtet.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von alma lüscher, bern
    Vielleicht hätte man mit einem Holzchalet reagieren sollen und Geranium Kistchen. Es ist schon unglaublich, wie viele Ignoranten sich zu baulichen Vorhaben äussern und meinen weil sie in Häusern wohnen und arbeiten, wüssten sie, wie man bauliche Situationen löst. Die Schlichtheit des Kubus verstärkt die historische Bausubstanz auf wunderbarste Weise. Wer das nicht sieht - dem ist nicht zu helfen.
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    1. Antwort von Hans Joachim M., Bern
      "Die Schlichtheit des Kubus verstärkt die historische Bausubstanz auf wunderbarste Weise" - sorry, aber solch einen Quatsch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Kann es sein, dass sie etwas zu lange studiert haben und dadurch ein ganz klein wenig unter Realitätsverlust leiden? Mit diesem hässlichen Betonklotz wollte sich wohl ganz einfach jemand ein Denkmal setzen. Und wo geht das besser als in einer historischen, viel beachteten Umgebung?
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  • Kommentar von Franz Keller, 3626 Hünibach
    Dieser Kubus passt überhaut nicht in diese Umgebung. Vom See her wirkt das Gebäude hässlich und störend. Wenn dieses Projekt so publiziert worden wäre, hätte es ganz sicher Einsprachen gegeben. Warum betreibt man überhaupt einen Uferschutz wenn so etwas zu bauen möglich ist? PS: Beim nachträglichen Einbau eines kleinen, kaum sichtbaren Dachfensters bei einem 'normalen' Haus bekommt man es in den Seegemeinden übrigens umgehend mit dem Uferschutz zu tun der gerne Einsprache erhebt...
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  • Kommentar von Ruedi Muggli, Bern
    Das ist moderner Journalismus - einfach mal schwere Anschuldigungen in die Welt setzen, ohne der Sache nachzugehen - ein simples Telefon mit dem Beschuldigten wäre ja zuviel der Mühe ...
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    1. Antwort von Regionaljournal BE FR VS von Radio SRF
      Dank für Ihren Kommentar. Die Stellungnahme des Kantons heute im Regionaljournal um 17.30 Uhr auf Radio SRF 1.
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