Ländlich geprägte Kantone sind für die Wirtschaft unattraktiv

Eine neue Studie der Grossbank Credit Suisse zeigt: Die Kantone Bern, Freiburg und Wallis sind für neue Unternehmen unattraktiv. Verantwortlich dafür sind schlecht erschlossene Regionen. Einzige Ausnahme bildet die Agglomeration Bern.

Jedes Jahr misst die Credit Suisse die Standort-Qualität der Schweizer Kantone und Regionen. Die Bank legt dar, wie attraktiv die Standorte für Unternehmen sind und gibt damit Hinweise auf mögliche wirtschaftspolitische Massnahmen.

Spitzenreiter dieses Jahr ist der Kanton Zug. Tiefe Steuern, eine gute Verkehrslage und die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte machen den Kanton zum attraktivsten Unternehmensstandort. Auf Platz zwei folgt Zürich, wo sich vor allem auch der Flughafen als attraktivitätssteigernd auswirke, wie der Autor der Studie, Thomas Rühl im Gespräch mit SRF erklärt. Gefolgt wird Zürich von den Kantonen Basel Stadt und Schwyz. Die Kantone Bern (18), Freiburg (22) und Wallis (25) liegen deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt.

Attraktiv trotz hoher Immobilienpreise

Ein Grund für die Attraktivität der Kantone auf den Spitzenplätzen liegt mit der Nähe zum Flughafen. Generell spielt die Anbindung an den Verkehr eine tragende Rolle. Beim Verkehr können die Gebirgskantone nicht trumpfen. Auffallend ist, dass die begehrten Kantone auch die höchsten Immobilienpreise aufweisen. Laut Rühl habe man diese in der Studie jedoch ausgeklammert.

Gute Erreichbarkeit als Standortfaktor lässt sich sehr gut am Beispiel der Agglomeration Bern zeigen. Diese rangiert von total 110 Wirtschaftsregionen auf Platz 21.

Westschweiz hat schwere Ausgangslage

Am schlechtesten schnitten der Jurabogen und die Westschweiz ab. Diese leiden laut der Studie generell unter einer tiefen Standortattraktivität.

Bild von oben aufs Berner Wankdorf.

Bildlegende: Die Stadt Bern ist für Firmen attraktiv, sagt eine Studie der Credit Suisse. Keystone

«Diese Kantone haben eine schwierige Ausgangslage aufgrund ihrer Topografie und weil sie weiter weg von den Hauptverkehrsachsen liegen», erklärt Rühl.

In Genf und Waadt habe sich vor allem der zunehmende Verkehrsstau negativ ausgewirkt, welcher als Faktor neu in die Studie miteinbezogen wurde. «Das hat einige Standorte in ihrer Attraktivität sinken lassen», so Rühl.