«Land unter» beim FC Grünstern

Der schwere Sturm im Juni 2013 am Eidgenössischen Turnfest in Biel hat Spätfolgen: Die Räumungsarbeiten hinterliessen auf dem Fussballplatz von Ipsach tiefe Spuren.

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Streit um Fussballplatz in Ipsach

3:26 min, aus Schweiz aktuell vom 15.7.2014

«Rasen gesperrt» verkündet ein oranges Schild auf dem Trainingsfeld des FC Grünstern. Nach dem Gewitter vom Wochenende staut sich allerorten das Wasser. Ändert sich am Zustand des Terrains nichts, drohen dem Club die Nachwuchskicker davonzulaufen. «Schon im letzten Herbst mussten wir über die Hälfte der Trainings absagen. Das verleidet vielen Kindern, und sie bleiben weg», moniert Co-Präsident Herbert Bickel.

Nach langem und heftigem Regen bleibt der Platz überdurchschnittlich lange weich und matschig. Hier stand während des Eidgenössischen Turnfests im Juni 2013 ein grosses Zelt. Nach dem heftigen Unwetter liessen die Organisatoren die Trümmer mit tonnenschwerem Gerät abtransportieren. Dabei sei der Boden derart zusammen gedrückt worden, dass man das Gelände komplett sanieren müsse, stellt der Ipsacher Gemeindepräsident Bernhard Bachmann fest.

Brisante Expertise

Bachmann verlangt vom Verein, der das Turnfest organisiert hatte, «dass er uns den Rasen wieder in einem tadellosen Zustand zurückgibt.»

Die Expertise, welche «Schweiz aktuell» vorliegt, spricht von «Totalschaden», den die Maschinen vor einem Jahr hinterlassen hatten. Das Papier eines Mannheimer Büros listet detailliert Mängel auf und veranschlagt die Kosten für die Wiederherstellung auf happige 500‘000 Franken.

OK-Präsident Hans Stöckli zeigt sich überrascht und bezeichnet das Gutachten als «starken Tobak». Man habe die Schäden für 130‘000 Franken beseitigen lassen. Darauf habe die Gemeinde den Platz anstandslos abgenommen.

Deshalb will Stöckli die Expertise bis im Spätherbst unter die Lupe nehmen lassen. Allenfalls müssen Juristen klären, wer finanziell für die Spätfolgen des «Sturmfestes» in Ipsach aufkommen muss.

In der Zwischenzeit kann Herbert Bickel vom FC Grünstern nur hoffen, dass nicht allzu viele Trainings und Spiele ins Wasser fallen. «Auf andere Plätze können wir nicht ausweichen».