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Lebensretter im Oberland «Das hat mit Heldentum nichts zu tun»

Der Interlakner Daniel Harder rettet seit 50 Jahren Leben. Und hat nun ein Buch geschrieben darüber.

Legende: Audio Wie der kleine Daniel das Blaulicht entdeckte (2.10.2017) abspielen.
11 min

Schon mit zwölf Jahren war Daniel Harder mit der Ambulanz unterwegs: Sein Vater hat in den 50er Jahren einen Krankentransportdienst aufgebaut – zuerst mit alten Feuerwehrautos, später erhielt er einen VW-Bus. «Der Bus stand bei uns in der Garage und ich wusste, wo man das Blaulicht startet» erinnert sich Daniel Harder.

Ich wurde zum Blaulicht-Junkie.
Autor: Daniel Harderüber sich als 12-Jährigen

Mit 18 Jahren fuhr er seinen ersten Einsatz am Steuer eines Ambulanzfahrzeugs – allerdings noch ohne Führerschein. «Es war eine Notsituation: Ein Baby musste ins Spital und mein Vater war nicht zu Hause, also musste ich entscheiden.»

Niemand wusste, dass ich nicht fahren durfte.
Autor: Daniel Harderüber seine erste Ambulanzfahrt – ohne Führerausweis

Harder liess sich schliesslich zum Psychiatrie- und Narkosepfleger ausbilden und begann mit 22 seine Tätigkeit im Spital Interlaken. Und bald auch bei der Rega: Als er den damaligen Rega-Präsidenten Fritz Bühler an einem Anlass fragte, was es denn brauche, um mitzufliegen, erhielt er prompt einen Termin für ein Vorstellungsgespräch. Und wurde Teil des Rega-Teams.

Und so kam es ohne Vorbereitung oder Schulung zu meinem ersten Helikopter-Einsatz – an Ostern 1979.
Autor: Daniel Harderüber seine Anfänge bei der Rega

Blaulicht-Junkie ist der 62-jährige Daniel Harder heute nicht mehr – Rettungseinsätze mit der Ambulanz fährt er aber trotz seiner Funktion als Leiter Anästhesiepflege im Spital Interlaken immer noch. «Heute sage ich meinen Chauffeuren, ‹fahr langsam, es pressiert›: lieber gesund und in gutem Zustand ankommen.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)