Lehrplan 21: Berner Regierung hat freie Hand

Der bernische Grosse Rat will der Regierung bei der Einführung des Lehrplans 21 nicht dreinreden - er will aber wissen, was das Ganze kostet.

Ein Schulkind am Pult beim Schreiben.

Bildlegende: Auch mit dem Lehrplan 21 bleibt Schreiben eine zentrale Grundfertigkeit. Keystone

Mit 83 zu 66 Stimmen lehnte das Kantonsparlament einen Vorstoss der EVP ab. Die Partei hatte angeregt, dass der Regierungsrat die Einführung des Lehrplans 21 dem Parlament vorlegen soll. Die EVP forderte zudem, dass der Grosse Rat über die Kosten informiert wird. Dagegen hatte die Regierung nichts einzuwenden.

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver versicherte, der Grosse Rat werde im November 2015 zu den Kosten des neuen Lehrplans Stellung nehmen können - im Rahmen des Aufgaben- und Finanzplans. Hingegen mache es keinen Sinn, dass das Parlament über die Einführung des Lehrplans selber entscheide.

Sprecher von SP, BDP und FDP teilten diese Ansicht: Das Parlament sollte sich davor hüten, eine pädagogische Diskussion zu führen und sich eingehend über den Inhalt des Lehrplans zu unterhalten. Die Einführung obliege zu Recht der Regierung.

Etwas anders sah es die SVP. Zur «strategischen Neuausrichtung» an den Volksschulen sollte sich das Parlament durchaus äussern können, befand Samuel Krähenbühl.

Für Erziehungsdirektor Bernhard Pulver ist der überarbeitete Lehrplan 21 ein taugliches Instrument. Für die Berner Schulen ändere gar nicht so viel. «Die Kinder lernen immer noch die Geografie des Kantons Bern oder das Einmaleins.» Es sei nicht darum gegangen einen komplett neuen Lehrplan zu erstellen. Es gehe vor allem um die Harmonisierung der Lehrpläne in der Deutschschweiz.