«Leichen dürfen nicht verkauft werden»

Das Anatomische Institut in Bern ist schweizweit führend in der klinischen Forschung an Leichenteilen. Zu den Schwerpunkten gehören die Ausbildung der Medizinstudenten sowie die Forschung: So können Ärzte Eingriffe üben. Und an internationalen Kursen probieren Ärzte neue Techniken aus.

Valentin Djonov, Direktor des Instituts für Anatomie der Universität Bern

Bildlegende: Organisiert unter anderem «klinische Kurse an Leichenmaterial»: Valentin Djonov, Direktor des Instituts für Anatomie. SRF

Die Nachfrage nach Kursen am Anatomischen Institut ist gross. Es kann das Interesse aus aller Welt kaum befriedigen. Trotz des grossen Bedürfnisses ist die klinische Forschung für das Institut in Bern kein wirtschaftlich bedeutender Faktor.

«Leichen oder Leichenteile dürfen nicht verkauft werden», sagt der Direktor des Anatomischen Instituts der Universität Bern, Valentin Djonov, gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Das Gesetz erlaube es nicht und zudem wäre das ethisch höchst fragwürdig.

Private Firmen im Ausland, welche mit Leichenpräparaten arbeiteten und der Medizinindustrie oder Ärzten Präparate zur Verfügung stellten, seien einem ständigen Risiko ausgesetzt, sagt Valentin Djonov. Nicht immer sei klar, woher die Leichenteile stammten. Zudem würden solche Unternehmen finanziell nicht rentieren.