Stadtrat Thun Letzte Schlacht um das letzte Stück Uferweg

Die Stadt Thun baut die letzten 400 Meter Uferweg auf ihrem Gemeindegebiet fertig. Allerdings ist das Projekt beinahe ein zweites Mal abgestürzt. Eine einzige Ja-Stimme gab den Ausschlag.

Mit 17 zu 16 Stimmen bei einer Enthaltung ebnete das Thuner Stadtparlament am Donnerstagabend den Weg für den Uferweg Schadau-Lachen – und sprach dafür 900'000 Franken. Ein Rückweisungsantrag scheiterte zuvor nur mit dem Stichentscheid der Ratspräsidentin.

Vollendet wird nun ein Uferweg-Teilstück, das der Stadtrat im Jahr 2009 beschlossen hatte, nach Jahrzehnten der Planung. Es steht so im kantonalen Uferschutzplan, ist baubewilligt und von den Grundeigentümern akzeptiert.

Aber das Projekt ist mittlerweile heftig umstritten:

  • Eine Allianz aus SVP, FDP, BDP und Grünen lehnte den Kredit im August 2016 überraschend ab und verlangte eine Variante mit einem Steg am Wasser.
  • Der eigentümliche Weg durch ein Villenquartier in der Nähe des Schadau-Schlossparks sei ein teurer Murks.
  • Die Stadt werde wortbrüchig und der Stadtrat habe gar kein Spielraum, geltendes Recht auszuhebeln, kontern die andern.
Ein überwachsener Weg zwischen Betonmauer und Zaun.

Bildlegende: «Eigentümlicher Weg»? Das künftige Trassee des Uferwegs. Christian Strübin/SRF

Diese Kontroverse wiederholte sich am Donnerstagabend. Mit dem Unterschied, dass sich der Kanton zwischenzeitlich quer gelegt hat. Eine Stegvariante sei unmöglich, aus Gründen der Planungssicherheit und des Vogelschutzes. Zudem weigerte sich der Thuner Gemeinderat, weitere Studien und Abklärungen zu treffen, die das Projekt verzögern.

Mit der denkbar knappsten Zustimmung zum Baukredit ist diese unendliche Geschichte abgeschlossen. Es hätte, angesichts der vielen Absenzen im Stadtparlament, durchaus auch anders herauskommen können.

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