Lohngleichheit heisst im Wallis nicht Chancengleichheit

In der Walliser Kantonsverwaltung verdienen Männer und Frauen auf den ersten Blick ungefähr gleich viel. Ein zweiter Blick zeigt allerdings ein etwas anderes Bild.

Vier Männer präsentieren die Resultate der Walliser Lohnstudie.

Bildlegende: Vier Männer präsentieren die Resultate der Walliser Lohnstudie. zvg

In der Walliser Kantonsverwaltung verdienen Frauen und Männer für die gleiche Arbeit bei vergleichbarer Ausbildung ungefähr gleich viel: Die Differenz beträgt gerade mal 1,5 Prozent. Dies zeigt eine Studie, welche die Walliser Regierung durch externe Experten durchführen liess. Dies sei ein Wert, den man auch in anderen vergleichbaren Verwaltungen habe. Damit halte die Walliser Kantonsverwaltung das Gleichheitsgesetz ein, das eine maximale Differenz von fünf Prozent zulasse.

Ein zweiter Blick zeigt aber, dass die Differenz von Frauen- und Männerlöhnen im Wallis insgesamt 5,1 Prozent beträgt. Das habe damit zu tun, dass bei der Walliser Kantonsverwaltung in den obersten Positionen nur sehr wenig Frauen anzutreffen seien. Das, sagt Experte Iwan von Wartburg, sei aber keine Lohndiskriminierung: «Wenn nur sehr wenig Frauen in den obersten Positionen anzutreffen sind, hat das wahrscheinlich eher mit einer Chancendiskriminierung zu tun.»

Diese Werte sind im übrigen nicht ausserordentlich. Laut Experten bewegt sich das Wallis diesbezüglich im Schweizer Mittel.