Weiterer Ausbau in Visp Lonza baut modulare Anlage für Medikamente

Von der Entwicklung bis zur Herstellung sollen alle Entwicklungsschritte an einem Ort erfolgen. Die Lonza setzt grosse Hoffnungen darauf.

Das Werk aus der Ferne gesehen.

Bildlegende: Wird noch einmal deutlich wachsen: der Standort der Lonza in Visp. Keystone

Dieser modulare Bau mit Namen «Ibex» sei eine Innovation in der Biotechnologie, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Der Visper Standortleiter Jörg Solér erhofft sich von der neuen Anlage ein überdurchschnittliches Wachstum, deutlich mehr Kunden und dadurch mehr Rendite.

«  Das ist die zukunftsweisende Produktionsart für die nächsten zehn Jahre.  »

Jörg Solér
Standortleiter Lonza Visp

Die Kunden des Unternehmens, Medikamentenhersteller aus aller Welt, würden durch die neue Anlage viel Zeit gewinnen. Durch den neuen Hightech-Komplex komme ein Medikament etwa ein Jahr früher auf den Markt, sagen die Verantwortlichen. Dies deshalb, weil von der Entwicklung bis zur Marktreife alle Schritte an einem Ort gemacht werden können, so Lonza.

Mit dem Neubau wurde bereits im Juni begonnen. Das Unternehmen hat eine Fläche von 100'000 Quadratmetern für den neuen Gebäudekomplex reserviert. Wie viele Arbeitsplätze damit geschaffen werden, ist noch unklar. Das hängt von der Auftragslage ab.

Die Rede ist von mehreren hundert. Wie viele davon ganz neu geschaffen werden, ist ebenfalls noch offen. Klar ist, dass das Unternehmen möglichst vielen bestehenden Mitarbeitern eine Weiterbildung anbieten will, um sie für die neue Technologie fit zu machen. Lonza beschäftigt heute im Oberwallis bereits 2700 Mitarbeiter.

Erneut starkes Wachstum

Lonza veröffentlichte am Mittwoch auch seine Halbjahreszahlen: Der Konzern ist von Januar bis Juni 2017 erneut gewachsen. Der Umsatz stieg um gut 15 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Franken. Der Reingewinn stieg in der selben Zeit um 20 Prozent auf 233 Millionen Franken.

Die Walliser Kantonsregierung begrüsst die Ausbaupläne: Es handle sich um eine «einmalige Chance für den Kanton», schreibt die Volkswirtschaftsdirektion am Mittwoch. Bei der neuen Anlage handle es sich um eine der grössten Industrieprojekte im Wallis in den letzten Jahrzehnten.