Luzius Theler: «Ich habe mehr Freunde verloren als gewonnen»

Nach mehr als vier Jahrzehnten beim «Walliser Bote» ist Schluss. Luzius Theler schreibt bald nicht mehr für die Lokalzeitung. Aber ganz kann er das Schreiben doch nicht lassen: Er will Wallis-Korrespondent bei der NZZ bleiben und dort weiterhin bei Bedarf «den harten Hund» markieren.

«Wenn es wieder mal angebracht ist, ein wenig Polemik zu machen - dann mache ich das mit Vergnügen», sagt Luzius Theler im Gespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis».

Besonders mit Politikern, die sich stark exponieren, geht Theler hart ins Gericht. Von Altersmilde keine Spur beim 65-Jährigen. Er habe ein paar blaue Flecken an den Schienbeinen der Staatsräte hinterlassen, meint Theler. Darauf ist er stolz. Denn: «Ich schätze Kritik weit mehr als Lob.» Allerdings hat er es auch mit einigen Leuten verscherzt.

Das Wallis fasziniert noch nach 44 Jahren

Luzius Theler ist ein Vollblut-Journalist. Einer, der nie etwas anderes wollte. Und auch nichts anderes konnte, als über das Wallis zu schreiben. Der Kanton sei voll von Widersprüchen, sagt der Ausserberger. Er habe stets versucht, differenziert zu bleiben. Er zeichne deshalb «kein schmeichelhaftes, aber auch kein hyperkritisches» Bild vom Wallis in seinen zahllosen Reportagen.

In Zukunft werden diese seltener zu lesen sein. Nächste Woche räumt er sein Büro beim «Walliser Bote». Für die NZZ schreibt er weiterhin.