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MäntigApéro in Bern Die Berner 68er und ihre coolen Söhne

Veronika Minder und Beat Schneider sind glühende Anhänger der 68er-Bewegung. Für ihre Söhne war die Revolte Alltag.

Veronika Minder war 20, als die 68er-Bewegung Bern erreichte. Ihre Erinnerungen hat sie im Film «My Generation» aufgearbeitet. Beat Schneider, damals POCH-Parlamentarier und Lehrer, war 22 und für das Bürgertum in Stadt und Kanton Bern ein rotes Tuch.

Mann und Frau am Tisch
Legende: Die 68er sind mittlerweile Rentner: Beat Schneider, Veronika Minder. Christian Strübin/SRF

Noch lodert das Feuer der Leidenschaft lichterloh, wenn Veronika Minder (70) und Beat Schneider (72) am MäntigApéro freimütig über die wilden Zeiten vor 50 Jahren diskutieren und darüber, was davon übrig geblieben ist. Da ist der Stolz, dabeigewesen zu sein. Und die Enttäuschung, dass nicht alles so herausgekommen ist, wie man es sich vorgestellt hatte. Zuweilen fliegen die Fetzen, weil die beiden verschiedene Zugänge zu der Jugendrevolte haben.

Die coole Sicht der Söhne

Dann nahmen die Söhne der beiden 68er am Tisch von Gastgeber Peter Brandenberger Platz: Baldy Minder, Musikmanager, Jurist und dreifacher Vater. Simon Schneider, Rechtsanwalt und zweifacher Familienvater.

Zwei jüngere Männer hören zu
Legende: Die Söhne: Baldy Minder (links), Simon Schneider. Christian Strübin/SRF

Für sie war die Rebellion der Eltern – zumindest in der Jugend – schlicht Alltag. Sie hätten, so sagen beide, die Bedeutung und die Folgen der 68er-Bewegung für ihre Eltern erst als Erwachsene wirklich begriffen, auch wenn sie von ihrer Herkunft durchaus politisiert wurden.

Vielleicht deshalb haben Baldy Minder und Simon Schneider nicht alles völlig anders gemacht als ihre Eltern. Sie versuchen sogar, deren Ideale noch besser zu verwirklichen, zumindest wenn es um den Beruf und das Familienleben geht. Und: Beide Söhne haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Harmonie.

Fünf Leute am Tisch
Legende: Die 68er und ihre Söhne. Rechts Gastgeber Peter Brandenberger. Christian Strübin/SRF

Beat Schneider, auch als Rentner noch ein Revolutionär, hat dafür zumindest eine Erklärung: «Der Feind war draussen. So konnte man es in der Familie gut haben zusammen.»

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