Marly droht der Verlust des letzten grossen Industriebetriebs

Ilford im freiburgischen Marly steht mit dem Rücken zur Wand. Findet sich nicht möglichst bald ein Investor, geht die Firma in den Konkurs. Eine 50jährige Industriegeschichte ginge damit zu Ende.

Lange war Marly ein Bauerndorf mit rund 1500 Einwohnern. Als in den 1960er-Jahren Ciba Geigi nach Marly kam und auch noch Ilford kaufte, ging es bergauf. Schnell verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Dann gab Ciba Geigi den Standort Marly und Ilford auf. «Das war ein harter Schlag», erinnert sich Gemeindepräsident Jean-Pierre Helbling.

Weniger Arbeitsplätze, mehr Einwohner

Marly verlor immer mehr Arbeitsplätze. Trotzdem nahm die Wohnbevölkerung zu - auf heute über 8000 Einwohner. Marly gehört damit zu den grössten Gemeinden des Kantons. Die Nähe zur Stadt, Schulen, Busverbindungen und Einkaufsmöglichkeiten machen die Gemeinde attraktiv zum Wohnen. Gleichzeitig nahm die Anzahl Pendler stark zu.

Jean-Pierre Helbling.

Bildlegende: «Dank Ilford ist Marly gewachsen», sagt Gemeindepräsident Jean-Pierre Helbling. SRF

Verschwindet nun auch noch Ilford aus Marly, ginge der letzte grosse Industriebetrieb verloren. Ilford steht auf einem Gelände das so gross ist wie 70 Fussballfelder. Der Gemeindepräsident fürchtet sich vor einer Industriebrache. «Man müsste die Gebäude neu nutzen können», sagt er im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.