Matto Kämpf: «Das mit der Kultur muss nicht bis 65 funktionieren»

Die Texte des Berner Autors Matto Kämpf sind absurd, bissig und voll von schwarzem Humor. Mit dem Trio «Die Gebirgspoeten» und als Theaterautor reitet er auf der Erfolgswelle von Mundartproduktionen. Er stelle fest, dass neues Theater in der Schweiz fast nur noch Mundart stattfindet.

Der Berner Autor Matto Kämpf.

Bildlegende: Der Berner Autor, Filmer und Theatermacher Matto Kämpf. SRF

Matto Kämpf tanzt auf vielen Hochzeiten. Der 44-jährige Berner schreibt Bücher, verfasst Texte fürs Theater, macht Kurzfilme und tritt mit dem Trio «Die Gebirgspoeten» in der ganzen Schweiz auf. Wenn er eine Idee habe, wisse er am Anfang noch nicht, was sich daraus ergebe, sagt er im Gespräch mit Radio SRF. Erst mit der Zeit sehe er dann, wofür sich die Idee eigne.

Matto Kämpf machte seine ersten Gehversuche als Autor in der Poetry-Slam-Szene der Neunziger Jahre. «Kurze Texte, volle Ränge und eine gute Stimmung - das habe ich noch cool gefunden.» Hauptberuflich schreibt der gebürtige Oberländer seit rund neun Jahren. Wie lange er mit der Nische der Mundart noch erfolgreich sein könne, wisse er nicht. Aber er müsse auch nicht Kultur machen, bis er 65 Jahre alt werde.

Vom «Rabenvater» zu Beat Zoss

Matto Kämpf liebt es auch, in andere Rollen zu schlüpfen. So hat er rund um die Geburt seines Sohnes für den «Bund» Kolumnen über das Vaterwerden geschrieben, wo er sein Kind als «Grotil» bezeichnet hat. Bei den kantonalen Wahlen spielte er für die «Berner Zeitung» den fiktiven Regierungskandidaten Beat Zoss aus Münsingen. «Mir hilft es schon, wenn ich nur eine Brille aufsetze.» Das sei schon fast wie eine Maske, erzählt Kämpf als Sonntagsgast im Regionaljournal von Radio SRF.