«Mein Leben gleicht einer Achterbahn»

Die Stiftung Applico im freiburgischen Schmitten und Murten beschäftigt 75 psychisch behinderte Menschen. Nur wenige schaffen den Sprung in die normale Arbeitswelt.

Bis vor 10 Jahren arbeiteten in Deutschfreiburg Menschen mit psychischen Problemen zum Teil mit Menschen mit einer geistigen Behinderung zusammen. Doch die Bedürfnisse sind unterschiedlich. Deshalb ist Applico entstanden mit zwei Werkstätten in Schmitten und Murten. Hier werden Versandaufträge ausgeführt, Möbel restauriert oder Lieferaufträge erledigt. «Menschen mit psychischen Problemen brauchen eine Tagesstruktur», sagt Co-Leiter André Schneuwly.

Gilbert Egger arbeitet seit zehn Jahren bei Applico. Er hat das Handelsdiplom gemacht und arbeitete als kaufmännischer Mitarbeiter: «Plötzlich bekam ich depressive Schübe.» Der 40jährige bezieht heute eine IV-Rente. In der geschützten Werkstatt ist er als Grafiker tätig. Hier fühlt es sich sicher: «Wenn es mir nicht gut geht, wird Rücksicht genommen.» Sein Leben gleiche einer Achterbahn, sagt er. Hochs und Tiefs wechseln sich ab. Trotzdem hat Gilbert Egger einen grossen Wunsch: «Ich möchte wieder einmal draussen in der normalen Arbeitswelt arbeiten.»