Meiringen gibt grünes Licht für grosses Ferienresort im Zentrum

Das geplante Feriendorf im Herzen von Meiringen hat eine wichtige Hürde genommen. Die Gemeindeversammlung gab am Donnerstag grünes Licht für den Verkauf von 8000 Quadratmetern Land auf der Sauvagematte.

Ein Dorf von oben.

Bildlegende: Meiringen verspricht sich vom Grossprojekt 80'000 zusätzliche Logiernächte. Keystone

Auf dem Grundstück vor dem Parkhotel du Sauvage planen Promotoren aus Graubünden und Zürich ein Resort mit 90 Wohnungen und 300 warmen Betten. Der Gemeinderat Meiringen erhofft sich davon neuen Schwung für den Tourismus im Haslital und das lokale Gewerbe.

Das Geschäft war aber in der Bevölkerung nicht unumstritten. Der Andrang der Stimmberechtigten am Donnerstag war so gross, dass die in der Schul-Aula geplante Gemeindeversammlung kurzerhand verlegt werden musste. 579 Stimmberechtigte strömten darauf in die Dorfkirche.

Verschandelung befürchtet

Mehrere Votanten verlangten Rückweisung des Geschäfts. Sie beteuerten, sie seien nicht grundsätzlich gegen das Feriendorf, doch befürchteten sie eine Verschandelung des Dorfbildes. Der Gemeinderat solle zuerst dafür sicherstellen, dass ein qualitativ hochwertiges Resort gebaut werde. «Fünfstöckige Gebäude passen nicht in unseren schönen Ortskern», sagte ein Votant. «Wenn wir das Resort verhindern, wird ein Lädelisterben einsetzen», entgegnete ein Befürworter des Geschäfts. Diese setzten sich schliesslich mit 410 Ja-Stimmen durch.

Bekannte Projektentwickler

Für das Feriendorf stehen insgesamt 12'000 Quadratmeter zur Verfügung. Denn auch zwei weitere Landbesitzer sind bereit, ihre Parzellen auf der Sauvagematte zu verkaufen. Dabei handelt es sich um Haslital Tourismus und um die Dorfgemeinde Meiringen, eine Gebietskörperschaft.

Die Projektentwickler sind in der Szene bekannt - sie haben sich bei der Planung des Feriendorfs in Brigels einen Namen gemacht. Das Bündner Resort in ähnlicher Grössenordnung wird Ende dieses Jahres eröffnet.

Der Landverkauf geht allerdings nur dann über die Bühne, wenn die Promotoren ihr Versprechen wahr machen und «innert nützlicher Frist» mit dem Bau des etwa 26 Millionen Franken teuren Feriendorfs beginnen. Mit dieser Klausel soll verhindert werden, dass die Sauvagematte zum Spekulationsobjekt wird. Im Kaufvertrag ist auch festgeschrieben, dass es sich bei den Investoren um Schweizer handeln muss.